Medien: Air-Berlin-Kunden warten noch auf Millionen

21.11.2018 - 08:43 0 Kommentare

Air Berlin hat nach der Insolvenzanmeldung noch für rund 16 Millionen Euro Tickets verkauft. Die Rückzahlung an die Kunden geht laut "Capital" nur schleppend voran - was offenbar auch an ihnen selbst liegt.

Verwaltungsgebäude der Air Berlin am Flughafen Tegel. - © © dpa - Paul Zinken

Verwaltungsgebäude der Air Berlin am Flughafen Tegel. © dpa /Paul Zinken

Die insolvente Air Berlin schuldet ihren Fluggästen offenbar noch Millionen: Die Einnahmen von Buchungen seien vor dem Aus der Airline auf einem Treuhandkonto geparkt worden, berichtet das Wirtschaftsmagazin "Capital". Die Rückzahlung an Fluggäste gehe demnach nur sehr stockend voran. Der Insolvenzverwalter bestätigt laut Bericht die Informationen und sagt: Viele der berechtigten Fluggäste hätten ihre Ansprüche nicht geltend gemacht.

Auf dem Konto würden aktuell noch 13,6 Millionen Euro liegen - nur zwei Millionen sollen bislang an Kunden zurückgezahlt worden, zitiert die Zeitung Treuhänder und Insolvenzverwalter. Grund dafür seien zum Teil strittigen Rückzahlungsverfahren mit Zahlungsvermittlern wie Kreditkartenanbietern, zwischengeschalteten Dienstleistern, Reisebüros und Clearingstellen.

Konto für den Neustart

Entscheidend sei der Zeitpunkt der Buchung, heißt es: Geschah diese nach der Insolvenzanmeldung am 15. August 2017 ging der Ticketerlös auf ein eigen eingerichtetes Konto. Dieses sollte als Sicherheit dienen, dass die "Nach-Insolvenzanmeldung"-Einnahmen auch wirklich für einen Neustart im Insolvenzverfahren in Eigenregie genutzt werden.

Denn eigentlich hätten alle Air-Berlin-Einnahmen vom Insolvenzverwalter an die Gläubiger aufgeteilt werden müssen. Doch da der Lufthansa-Konzern schon als Käufer bereitstand (auf Grundlage dessen die Bundesregierung einen Kredit in Höhe von 150 Millionen Euro gewährte), wurde auch die Insolvenz in Eigenregie genehmigt und an einem Neustart gearbeitet - samt Treuhandkonto.

Soweit die Theorie - die Praxis sieht anders aus. Denn Air Berlin stellte gut zwei Monate nach Insolvenzanmeldung den Flugbetrieb unter eigener Marke ein. Etliche Flüge fielen zwischen dem 15. August und dem 27. Oktober aus. Beispielsweise wurde die Langstrecke ab den Air-Berlin-Drehkreuzen Berlin-Tegel und Düsseldorf kurzfristig schon im September eingestellt.

© dpa, Lesen Sie auch: Wo die Air-Berlin-Maschinen heute fliegen Überblick

Von: cs
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