Beruf & Karriere

Mecklenburg-Vorpommern wird für Luftfahrt-Zulieferer interessanter

13.06.2017 - 08:00 0 Kommentare

Die Luft- und Raumfahrtbranche in Mecklenburg-Vorpommern ist im Aufwind. Vor allem der Westen des Landes profitiert von der Nähe zu Hamburg mit Airbus und Hafen.

Ein Mitarbeiter der ZIM Flugsitz GmbH in Schwerin. - © © dpa - Jens Büttner

Ein Mitarbeiter der ZIM Flugsitz GmbH in Schwerin. © dpa /Jens Büttner

Die Wirtschaft Westmecklenburgs profitiert zunehmend von der Lage in der Metropolregion Hamburg. Vor allem wegen der Nähe zum Flugzeugbauer Airbus in Hamburg siedelten sich mehrere Unternehmen der Luft- und Raumfahrtbranche an.

"Wir können nicht nur Tourismus und Strandkörbe", äußerte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Schwerin, Siegfried Eisenach, jetzt zum Jahresempfang der Kammer. "Die neuen Strandkörbe fliegen auch", sagte er mit Blick auf die jüngste Ansiedlung aus der Branche, die ZIM Flugsitz GmbH.

Sitze gehen "über den Hafen raus oder zu Airbus"

Das Familienunternehmen vom Bodensee produziert seit März in Schwerin Flugzeugsitze. Geschäftsführerin Angelika Zimmermann nannte als Gründe für die Ansiedlung mit geplanten 80 Mitarbeitern in Westmecklenburg gut ausgebildete Arbeitskräfte, die Förderung durch das Land und die Nähe zu Hamburg.

"Die Sitze gehen über den Hafen raus oder zu Airbus", sagte sie. Sie wolle jetzt selbst Zulieferer in der Region finden. Eine ihrer Zulieferfirmen habe bereits das Nachbargrundstück im Schweriner Industriepark gekauft.

Flugzeugelektrik, Flügelenden und beschichtete Kleinteile

Der Verband luft- und raumfahrtorientierter Unternehmen Hanse-Aerospace hat nach Angaben seines Vorsitzenden Alkiviadis Thomas 160 Mitglieder mit 14.000 Mitarbeitern und elf Milliarden Euro Jahresumsatz. 25 seiner Mitgliedsfirmen arbeiten in Mecklenburg-Vorpommern. Sie produzierten etwa Flugzeugelektrik in Rostock und beschichtete Kleinteile in Wismar, außerdem würden Maschinen für die Flugzeugherstellung gebaut.

Bereits seit 2005 produziert die Firma Flammaerotec in Schwerin Flugzeugteile aus Aluminium und Titan wie Flügelenden und nicht sichtbare Strukturteile, erläuterte Geschäftsführer Lothar Brecht. Das Unternehmen sei von 30 auf 350 Beschäftigte gewachsen und habe seine Produktionsfläche auf 20.000 Quadratmeter verdoppelt. Eine weitere Erweiterung sei nicht auszuschließen.

Der Generalsekretär der Airbus Operations GmbH, Gunnar Groß, machte deutlich, dass 80 Prozent eines Flugzeugs außerhalb von Airbus gefertigt würden. Der Konzern habe 2600 Zulieferer allein in Deutschland. An sie stelle Airbus hohe Ansprüche vor allem an eigene Innovationen.

Von: ch, dpa
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