Mecklenburg-Vorpommern diskutiert Landesbeteiligung am Flughafen Rostock

28.02.2019 - 10:06 0 Kommentare

Die Insolvenzen von Germania und Fly BMI haben den Flughafen Rostock-Laage in Turbulenzen gestürzt. Die Politik diskutiert nun über die Zukunft. Denn der Platz ist wichtig - nicht nur für den Tourismus.

Der Flughafen Rostock-Laage dient als Drehkreuz für Kreuzfahrt-Touristen. - © © dpa - Bern Wüstneck

Der Flughafen Rostock-Laage dient als Drehkreuz für Kreuzfahrt-Touristen. © dpa /Bern Wüstneck

Die Flugausfälle am Flughafen Rostock-Laage nach den Insolvenzen der beiden Fluggesellschaften Germania und Fly BMI beschäftigen auch die Abgeordneten im SPD/CDU-regierten Landtag in Schwerin.

Das Ministerium wollte sich zum Inhalt der Unterrichtung im Energieausschuss des Landtags nicht äußern. Das Gremium hatte einen Bericht des Infrastrukturministeriums zur Situation des Flughafens abgefordert.

Eine Sprecherin verwies auf die Verlautbarung nach einem Krisentreffen am vergangenen Freitag in Schwerin. Darin hieß es: "Die Landesregierung und der Landkreis Rostock, die Stadt Laage sowie die Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding (RVV) als Gesellschafter des Flughafens arbeiten intensiv an einer gemeinsamen Lösung, damit der Flughafen Rostock-Laage seine langfristige Strategie weiter fortführen kann."

"Für die Linke steht es außer Frage, dass das Land seiner Verantwortung nachkommen muss und die Gesellschafter nicht auf höheren Verlusten sitzen bleiben dürfen", erklärte die Linken-Abgeordnete Mignon Schwenke nach Beratungen. Die Deckungslücke müsse das Land in den Jahren 2019 und 2020 schließen.

Rostock fordert Landesbeteiligung am Flughafen

Auch Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) erneuerte am Mittwoch seine Forderung, nach der das Land als Gesellschafterin in die Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH eintreten soll. Die Insolvenzen der Fluggesellschaften Germania und Flybmi hätten die Grenzen kommunaler Wirkungsmöglichkeiten aufgezeigt. Ohne eine Landesbeteiligung seien künftige Herausforderungen nicht zu bewältigen.

© dpa, Jens Büttner Lesen Sie auch: Rostock-Gesellschafter fordern Unterstützung vom Land

"Die Landesregierung als Ganzes muss nun Stellung beziehen, ob sie zu den Inhalten der sie tragenden Koalitionsvereinbarung steht", heißt es in Methlings Mitteilung. Darin zitierte er auch aus der Koalitionsvereinbarung von SPD und CDU: "Der Flughafen Rostock-Laage ist als Regionalflughafen mit landeszentraler Bedeutung wesentlich für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Die Sicherung der luftverkehrlichen Anbindung des Landes über Rostock-Laage an das nationale und internationale Luftverkehrsnetz ist für die Verbesserung der Wirtschaftskraft und die Sicherung der Mobilitätsbedürfnisse der Bürger unabdingbar."

Eigentümerstruktur der Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH

Gesellschafter des Flughafens sind die Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding RVV (54,1 Prozent), der Landkreis Rostock (35,5) und die Gemeinde Laage (10,4). Deren Vertreter hatten nach den Airline-Pleiten eine stärkere Beteiligung des Landes ins Spiel gebracht. Das wird von der Landesregierung bislang aber abgelehnt. Von den Gesellschaftern und dem Land wird der Flughafen mit insgesamt 2,8 Millionen Euro pro Jahr unterstützt. Das Land trägt davon eine Million Euro.

Tourismus, Wirtschaft und Wissenschaft bräuchten für ihr Geschäft die Anbindung an die nationalen und internationalen Zentren, betonte Schwenke und unterstützte die Forderung der kommunalen Flughafen-Gesellschafter nach einer direkten Beteiligung des Landes.

Das aber lehnt die Landesregierung, die jährlich eine Million Euro zum Verlustausgleich beiträgt, bislang rigoros ab. Der Flughafen, der im Vorjahr knapp 300.000 abgefertigte Passagiere zählte, ist pro Jahr auf Zuschüsse von insgesamt 2,8 Millionen Euro angewiesen.

Lücken im Flugplan schließen sich

Nach dem Aus von Germania und Fly BMI waren alle bisherigen Linien- und Pauschalflüge weggefallen. Somit gibt es im bis Ende März laufenden Winterflugplan vorerst keine Charter- oder Linienverkehre am Platz.

Allerdings hat die österreichische Fluggesellschaft Laudamotion bereits angekündigt, von Mitte Juni an drei Mal wöchentlich die Strecke zwischen Laage und Palma de Mallorca zu bedienen. Außerdem will von Juli bis Oktober die Fluggesellschaft Fly Egypt jeweils dienstags Hurghada in Ägypten ansteuern.

Nach Angaben von Flughafen-Geschäftsführerin Dörthe Hausmann fliegt die türkische Billigairline Corendon von Mitte April an zwei Mal wöchentlich Antalya an. Flugplandaten zufolge wird im September zudem Onur Air Rostock mit der türkischen Metropole verbinden. Einen Ersatz für die BMI-Drehkreuzanbindung nach München gibt es noch nicht. Eine solche Verbindung wäre wichtig für die international tätige regionale Wirtschaft.

Rostock-Laage wird im Sommer zudem regelmäßig von Kreuzfahrtgesellschaften genutzt, um ihre Passagiere nach Warnemünde zu bringen. Bereits in den Flugplänen aufgelistet sind wöchentliche Flüge mit Alitalia sowie Neos aus Mailand. Letztere wird im Hochsommer sogar mit Boeung 767 und 787 an die Ostsee fliegen.

Von: dh mit dpa
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