McCall sieht Easyjet trotz schwierigem erstem Halbjahr auf Kurs

10.05.2016 - 15:23 0 Kommentare

Wie Easyjet wachsen will und wie sie einen möglichen Brexit sieht, hat Easyjet-Chefin McCall jetzt in einem Interview erläutert. Für das laufende Geschäftsjahr sieht sie die Airline auf Kurs - auch wenn diese im ersten Halbjahr in die roten Zahlen gerutscht ist.

Easyjet-Chefin Carolyn McCall - © © Easyjet - Tim Anderson

Easyjet-Chefin Carolyn McCall © Easyjet /Tim Anderson

Die britische Billig-Airline Easyjet setzt bei ihren Expansionsplänen nicht auf Marktanteile um jeden Preis sondern auf profitables Wachstum. "Wir sind keine Airline, die andere übernimmt", sagte Airline-Chefin Carolyn McCall im Gespräch mit der "Wirtschaftswoche". Bereits zuvor hatte sie sich ähnlich zu Gerüchten geäußert, Easyjet wäre an einer Air-Berlin-Übernahme interessiert.

Für den Fall eines Austritts Großbritanniens aus der EU - den sogenannten Brexit lehnt sie ab - hat McCall bereits einen Plan in der Tasche. "Wir sind längst in ganz Europa aktiv und haben auch in anderen Ländern eine Zulassung", sagte sie in dem Interview.

Auch wenn das erste Geschäftshalbjahr 2015/16 für Easyjet von Problemen begleitet war, hält sie an einem geplanten Wachstum von sieben bis acht Prozent fest.

Terroranschläge hinterlassen Spuren in der Bilanz

Die Terroranschläge in Paris und Ägypten hatten sich auf die Easyjet-Bilanz des Ende März endenden Geschäftshalbjahr stark ausgewirkt. Der Umsatz bewegte sich mit rund 1,77 Milliarden britischen Pfund (2,2 Milliarden Euro) kaum, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Darüber hinaus rutschte die Billigfluggesellschaft in die roten Zahlen. Vor Steuern stand ein Minus von 24 Millionen Pfund (rund 30 Millionen Euro) in den Büchern. Im Jahr zuvor hatte die Airline noch sieben Millionen Pfund (rund 8,9 Millionen Euro) verdient.

© dpa, Lesen Sie auch: Fluggastzahlen: Konkurrenz für Lufthansa Group wird stärker

Easyjet hatte im Herbst Flüge in den ägyptischen Badeort Scharm el Scheich gestrichen, zudem hatten die Anschläge in Paris auf der Nachfrage gelastet. Abfedern konnte Easyjet diese Effekte eigenen Angaben nach unter anderem durch eine außergewöhnlich starke Skisaison. Auch das frühe Ostergeschäft habe geholfen. Vom niedrigen Ölpreis profitierten die Passagiere: Die Ticketpreise gingen im ersten Halbjahr um sechs Prozent zurück.

Passagierzahlen ausgewählter europäischer Airlines im ersten Quartal 2016
Passagierzahlen
Lufthansa Group 22320000
Air Berlin 5400000
IAG 20370000
Air France-KLM 19890000
Ryanair 23380000
Easyjet 14940000
Wizz Air 4600000

Quelle: Lufthansa Group, Air Berlin, IAG, Air France/KLM, Ryanair, Easyjet, Wizz Air

Von: gk, dpa
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