Maschmeyer-Kontrahent liebäugelt mit Air Berlin

04.09.2017 - 08:27 0 Kommentare

Der Kreis der Air-Berlin-Kaufinteressenten wächst: Offenbar bereitet auch Unternehmer Utz Claassen ein Angebot vor. Doch der ehemalige Vertraute von Carsten Maschmeyer muss sich beeilen.

Utz Claassen. - © © Screenshot utz-claassen.de -

Utz Claassen. © Screenshot utz-claassen.de

Der Unternehmer Utz Claassen will offenbar in den Bieterwettkampf um die insolvente Air Berlin einsteigen. Claassen habe einen Brief an Sachverwalter Lucas Flöther geschrieben, in dem er bekräftigt, möglichst viele der 8000 Arbeitsplätze retten zu wollen, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Claasen habe laut Bericht "hochpotente und hochseriöse internationale Investoren" angesprochen, mit denen er "freundschaftlich verbunden" sei. Nach Informationen des "Handelsblatts" prüfen Mitarbeiter von Claassen bereits den Air-Berlin-Datenraum.

Der Manager genießt laut "Spiegel" in Industriekreisen nicht gerade den besten Ruf, seit er wegen angeblich zu hoher Übergangs- und Antrittsgelder beim baden-württembergischen Energieversorger EnBW oder dem inzwischen ebenfalls insolventen Technologieunternehmen Solar Millenium in die öffentliche Diskussion geriet. Zuletzt fiel Claassen durch einen Streit mit seinem ehemaligen Freund, dem Finanzinvestor Carsten Maschmeyer, um Investments in ein Medizintechnik-Unternehmen auf.

"Spiegel": Frist bis zum 15. September

Claassen hat bis zum 15. September Zeit, ein Angebot für Air Berlin vorzulegen. Bis dahin würden Gebote entgegengenommen, zitiert "Der Spiegel" den Generalbevollmächtigten Frank Kebekus. Der Gläubigerausschuss solle dann bei seiner nächsten Sitzung am 21. September über die vorliegenden Offerten entscheiden.

Bislang interessieren sich mehrere Airlines für einzelne Teile der Airline: die Lufthansa Group, Condor, Easyjet und Formel-1-Legende Niki Lauda. Ryanair hatte in der vergangenen Woche ein Gebot ausgeschlossen. Auch Ex-DBA-Chef Hans Rudolf Wöhrl war vorläufig aus dem Bieterrennen ausgestiegen.

© dpa, Federico Gambarini Lesen Sie auch: Air-Berlin-Pleite: Ursachen und drohende Probleme Apropos (19)

Von: cs
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