Artikel vom 12.09.2011 0

«Wien wird Oneworld-Hub»

Video-Interview mit Michael Blunt

Die Oneworld-Allianz hat viel vor mit dem Flughafen Wien: Nach dem Beitritt von Air Berlin ist der Österreich-Partner Niki als Affiliate mit an Bord. Dadurch steigt die Präsenz des Luftfahrtbündnisses in Wien auf fast ein Viertel aller Flüge. Wien wird neben Star Alliance somit auch ein Oneworld-Hub.

Das globale Luftfahrtbündnis Oneworld will den Flughafen Wien mit dem Beitritt der Air Berlin und des Partners Niki zum Drehkreuz ausbauen. Die wirtschaftliche Stärke Deutschlands und Österreichs sei der Grund, warum Oneworld die beiden Airlines an Bord geholte habe, sagte Michael Blunt, Vice President Corporate Communications bei Oneworld, im Interview mit dem österreichischen Branchenportal „Austrian Aviation Network“.

Derzeit fliegen nur vier Oneworld-Carrier nach Wien: British Airways, Iberia, Finnair und Royal Jordanian. Das ist ein Bruchteil des Passagieraufkommens am Flughafen Wien. „Mit Air Berlin und Niki haben wir ab 2012 plötzlich fast ein Viertel des Marktes in Wien, das macht uns um einiges stärker“, warnt Blunt den Wiener Platzhirschen Star Alliance, dessen Mitglieder Austrian Airlines und Lufthansa mehr als 60 Prozent der Passagiere ab Wien befördern.

Niki wird der Oneworld im kommenden Jahr als ein Affiliate beitreten - für die Passagiere werde das „keinen Unterschied machen“. Innerhalb der Allianz werde Niki aber von der „Muttergesellschaft“ Air Berlin vertreten, erklärte Blunt. Die regionale Struktur von Niki passe gut ins Konzept von Oneworld.

Blunt rechnet sich für Wien Markchancen aus, obwohl bereits die Star Alliance den Flughafen Wien dominiert. Der Airport sei groß genug für zwei Flugallianzen. In London oder Madrid teilen sich sogar drei Allianzen (Oneworld, Star Alliance und Sky Team) den Markt. „Der Markt für Flugallianzen ist die Welt, wir verbinden Kontinente.“ Der Konkurrenzkampf mit der Star Alliance finde weltweit statt, aber „Wien wird ein wichtiger Hub sein, für uns beide“. Die Österreicher haben dann die Wahl zwischen den beiden Allianzen.

Dass Niki und Air Berlin als Billigfluglinien starteten, stehe für Blunt in keinem Widerspruch zu der auf Geschäftsreisende fokussierte Strategie von Oneworld. Business-Passagiere würden Air Berlin und Niki schätzen, eine Zwei-Klassen-Kabine brauche NIKI nicht. Für die Passagiere bringt der Beitritt ein dichteres und weltweites Streckennetz, verspricht Blunt abschließend: „Niki und Air Berlin haben derzeit gemeinsam ein Streckennetz von 150 bis 200 Destinationen, das wird sich auf 900 Flugziele in 150 Ländern verfünffachen.“

Stand: 12.09.2011 - 2:26 PM Uhr

Quelle: Roman Payer, Austrian Aviation Net

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