
TUI Travel steigt bei Air Berlin ein
Strategische Partnerschaft
Der weltgrößte Reiseveranstalter TUI Travel erwirbt für rund 33,5 Millionen Euro wie geplant 9,9 Prozent an Air Berlin. Die Leibniz-Service GmbH, eine Tochter von Tui Travel, erwerbe knapp 8,5 Millionen neue Aktien des Lufthansa-Konkurrenten, wie Air Berlin am Mittwochabend mitteilte. Damit werde TUI Travel zweitgrößte Einzelaktionärin der Air Berlin.
Air Berlin werde in entsprechendem Umfang sein Kapital erhöhen. Den Erlös will Air Berlin für allgemeine Unternehmenszwecke einsetzen. Dazu gehöre die Finanzierung von neuen Flugzeugen für den Zeitraum nach 2011, für den Ausbau der IT-Technik und das Hedging, sagte Sprecher Hans-Christoph Noack auf Anfrage. Außerdem werde die Nettoverschuldung reduziert.
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Die Ausgabe der Aktien und die Börsenzulassung seien noch in diesem Monat geplant. Die Leibniz-Service GmbH wird der Mitteilung zufolge ihre Minderheitsbeteiligung im Laufe der nächsten Jahre planmäßig verringern und der Muttergesellschaft TUI übertragen. Die Ausgabe der Aktien und die Börsenzulassung sollen noch in diesem Monat erfolgen. Die Minderheitsbeteiligung muss noch abschließend vom Bundeskartellamt genehmigt werden.
Hintergrund ist die komplizierte Finanzstruktur bei TUI. Der Konzern und seine Tochter TUI Travel hatten Ende September ihre Finanzierung auf neue Beine gestellt. Um einen bestehenden Milliardenkredit früher als geplant an den Mutterkonzern zurückzuzahlen, gibt TUI Travel eine Wandelanleihe über 300 Millionen britische Pfund (325 Mio. Euro) aus und besorgt sich weitere 140 Millionen Pfund von den Banken.
TUI will die Wandelanleihe nicht zeichnen, aber Aktien nachkaufen, um ihren Mehrheitsanteil zu sichern. Der künftige Anteil an Air Berlin soll mit dem Kredit verrechnet werden. TUI Travel hatte sich 2 Milliarden Euro von TUI geliehen. Davon ist den Angaben zufolge bis jetzt etwa die Hälfte zurückgezahlt.
Die Fluglinie und der Reisekonzern hatten im März eine strategische Partnerschaft vereinbart. Jedoch hatten beide Seiten eine wechselseitige Beteiligung von anfänglich 19,9 Prozent geplant. Im August wurde die Überkreuz-Beteiligung wegen Kartellbedenken auf 9,9 Prozent gekappt. Anfang September gaben TUI und Air Berlin wegen anhaltender Bedenken die wechselseitige Beteiligung gänzlich auf. Stattdessen sollte sich TUI nur noch einseitig an Air Berlin beteiligen.
Mit dem Winterfahrplan 2009/2010 soll Air Berlin nun nach eigenen Angaben im Umfang von anfänglich 13 Flugzeugen das Streckenportfolio der Städteverbindungen von Tuifly übernehmen.
dpa-AFX, afp,airliners.de
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