Artikel vom 29.08.2011 0

Thüringen für mitteldeutsches Flughafenkonzept

«Sommerlochtheater»

Der thüringische Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) fordert ein mitteldeutsches Flughafenkonzept ohne «Standortwettbewerb, den niemand gewinnen kann». Der Chef der Mitteldeutschen Flughafen AG, Markus Kopp, wies unterdessen die Debatte um die Schließung des Dresdner Flughafens als «Sommerlochtheater» zurück.

Flughafen Leipzig/Halle - © © Flughafen Leipzig/Halle, Uwe Schoßig -

Flughafen Leipzig/Halle

Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig fordert ein mitteldeutsches Verkehrs- und Flughafenkonzept. «Wir sollten keinen Standortwettbewerb betreiben, den niemand wirklich gewinnen kann», sagte der SPD-Politiker der «Leipziger Volkszeitung» (Samstagausgabe).

Die Politik dürfe sich nicht erpressbar machen. So habe Ryanair mit seinen Subventionsforderungen immer die Hand aufgehalten und den einen Flughafen gegen den anderen ausgespielt, sagte Machnig auch mit Blick auf den Weggang der irischen Billigfluglinie von Altenburg nach Cochstedt in Sachsen-Anhalt und die geplante Einrichtung von Verbindungen ab Leipzig/Halle.

Ein gemeinsames Luftverkehrskonzept für Mitteldeutschland hatten die damaligen Ressortchefs von Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen am 18. Januar 2006 auf dem Flughafen Leipzig/Halle unterzeichnet. Danach wollten die Länder künftig ihre Flughäfen und Landeplätze einheitlich entwickeln und fördern.

Dabei ging es vor allem um die drei internationalen Verkehrsflughäfen Leipzig/Halle, Dresden und Erfurt, an denen die jeweiligen Länder beteiligt sind. Diese Flughäfen würden jeweils unterschiedliche Regionen in Mitteldeutschland erschließen, so dass «der Erhalt und der bedarfsgerechte Ausbau aller drei Verkehrsflughäfen erforderlich ist», heißt es im dem Papier.

«Schließungsdebatte um Dresden ist Sommerlochtheater»

Die kürzlich aufgekommene Debatte um eine Schließung des Dresdner Flughafens ist für den Vorstand der Mitteldeutschen Flughafen AG, Markus Kopp, «schlichtes Sommerlochtheater». Damit könne man sich nicht ernsthaft befassen, sagte Kopp der in Dresden erscheinenden «Sächsischen Zeitung» (Samstagausgabe). Die Entwicklung Dresdens zu einer der dynamischsten Städte in Ostdeutschland wäre ohne den Flughafen nicht möglich gewesen.

Trotz drastisch gesunkener Passagierzahlen auf dem Flughafen Leipzig/Halle stelle sich auch dort diese Frage nicht. «Es macht nur Sinn, beide Flughäfen, die sich perfekt ergänzen, parallel und zielorientiert zu entwickeln», sagte Kopp.  

Stand: 29.08.2011 - 10:53 AM Uhr

Quelle: dapd

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