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Artikel vom 19.02.2010

Piloten-Streik: Weiter keine Einigung

Erhebliche Einschränkungen unausweichbar

Zwischen der Lufthansa und der Vereinigung Cockpit gab es bis Sonntagabend keine Einigung. Lufthansa und Germanwings haben Sonderflugpläne für die Streikwoche aufgestellt. In der Nacht zu Montag beginnt damit der möglicherweise längste Streik der deutschen Luftfahrtgeschichte. 

Anzeigetafel in Frankfurt - © © dpa -

Anzeigetafel in Frankfurt

Ungebremst steuert die Lufthansa in den größten Pilotenstreik der deutschen Luftfahrtgeschichte. Ein Vermittlungsversuch von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) blieb am Sonntag ebenso erfolglos wie das Angebot der Pilotenvereinigung, einen wichtigen Streitpunkt um Tariffragen bei Auslandsbeteiligungen zunächst auszuklammern.

Bereits am Freitag hatte die Lufthansa einen Sonderflugplan veröffentlicht. Wenn die Piloten ab Montag 00:00 in Ausstand treten, müssten voraussichtlich zwei Drittel der Flüge annulliert werden, teilte der Konzern mit.

Auch bei der Lufthansa-Tochter Germanwings könnten durch Streiks ein Drittel aller Flüge ausfallen. Ein Ersatzflugplan sieht vor, dass an den Streiktagen Montag bis Donnerstag über 400 Verbindungen angeboten würden.

Die Deutsche Bahn rechnet derweil mit deutlich mehr Reisenden, wenn die innerdeutschen Flüge ausfallen. Einige ausländische Airlines wollen größere Flugzeuge einsetzen, um gestrandete Passagiere aufnehmen zu können. Dazu gehören auch Gesellschaften des Lufthansa-Konzerns wie die Swiss und Partner aus dem Netzwerk «Star Alliance» wie die polnische LOT.

Keine Gespräche zur Streik-Abwendung

Die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) hatte für den kommenden Montag  Flugzeugführer bei Lufthansa und der Lufthansa-Tochter Germanwings zu einem Streik bis inklusive Donnerstag aufgerufen.

Die Lufthansa-Regionalpartner sind nicht betroffen, hier streiken die zumeist schlechter gestellten Piloten nicht. Germanwings-Piloten fliegen mit nur kleinen Einschränkungen zum selben Tarinvertrag wie die Lufthansa-Konzernpiloten.

Der Streit dreht sich nach Angaben der Gewerkschaft vor allem um die Arbeitsplatzsicherheit der rund 4500 Piloten, die in den Geltungsbereich des Konzerntarifvertrags fallen. Sie verlangen einen vertraglichen Schutz vor Verlagerung von Flügen in kostengünstigere Tochterfirmen des Konzerns.

Nach einem 1992 abgeschlossenen Vertrag müssen nach VC-Lesart Piloten von Auslandstöchtern, die unter Lufthansa-Logo fliegen, nach dem Konzerntarif bezahlt werden. Das betrifft beispielsweise die Lufthansa Italia.

Die in den vergangenen Jahren durch Zukäufe schnell gewachsene Lufthansa sieht darin einen Eingriff in ihre unternehmerische Freiheit und will nur über Jobgarantien für die bereits beschäftigten Piloten verhandeln.

 

Stand: 21.02.2010 - 9:40 PM Uhr

Quelle: dpa, ddp, AFP

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