Artikel vom 12.11.2009 0
Iberia stimmt für Fusion mit British Airways
BA-Zustimmung steht noch aus
© AirTeamImages.com
Iberia-Maschinen
Iberia und British Airways (BA) steuern auf eine Fusion zu. Rund 16 Monate nach Beginn der Verhandlungen habe der Iberia-Vorstand dem Zusammenschluss am Donnerstag auf einer Sondersitzung in Madrid zugestimmt, hieß es in Medienberichten.
Demnach wird BA 55 Prozent des Kapitals an dem neuen Unternehmen halten und Iberia 45 Prozent. Sitz der Gesellschaft werde London sein. Als Präsident sei der derzeitige Iberia-Vorsitzende Antonio Vázquez vorgesehen. Seine Nummer zwei werde der bisherige BA- Chef Willie Walsh. Die Zustimmung des Vorstandes von British Airways stand noch aus. Beide Gesellschaften stecken tief in roten Zahlen.
Iberia gab zunächst keine offizielle Stellungnahme ab. Das Unternehmen hatte lediglich bestätigt, dass die Fusion auf einer Sondersitzung geprüft werde. Garantien für einen Erfolg gebe es aber nicht. An der Börse erlebten beide Unternehmen am Donnerstag dennoch einen Höhenflug. Die Aktien Iberias legten in Madrid um bis zu zwölf Prozent zu, die von British Airways gewannen in London zeitweise rund acht Prozent.
Beide Fluggesellschaften verhandeln bereits seit dem Sommer 2008 offiziell über eine Fusion. Die größten Hürden sollen zuletzt die Milliarden-Defizite bei den BA-Betriebspensionen sowie die hohen Schulden der britischen Gesellschaft gewesen sein. Iberia hält bislang zehn Prozent an BA, die Briten sind mit 13,15 Prozent an Iberia beteiligt. Beide gehören dem Luftfahrtbündnis Oneworld an.
Angesichts der Wirtschaftskrise flog Iberia im ersten Halbjahr 2009 einen Verlust von rund 165 Millionen Euro ein. Die spanische Fluggesellschaft will deshalb bis nächstes Jahr rund 2200 Stellen abbauen und unrentable Strecken streichen.
Düster sieht es auch bei BA aus: Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres bis Ende September verbuchten die Briten einen Vorsteuerverlust von 292 Millionen Pfund (323 Mio Euro) - noch nie zuvor war die Airline in einem ersten Halbjahr im Minus gewesen.
BA-Chef Walsh hatte schon von einem «Kampf ums Überleben» gesprochen. Bis zum Abschluss des Geschäftsjahres im März will British Airways 4900 Stellen streichen. Rund 7000 Mitarbeiter nehmen zudem an einem Sparprogramm teil, bei dem einige auch auf ihr Gehalt verzichten.
Stand: 12.11.2009 - 5:48 PM Uhr
Quelle: dpa, airliners.de
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