Artikel vom 15.06.2009 0

Boeing sieht Ende der Krise Mitte 2010

Dreamliner-Erstflug noch im Juni

Boeing hat auf der heute beginnenden Luftfahrtmesse in Paris-Le Bourget verkündet, dass man mit dem Ende der gegenwärtigen Branchenkrise zur Mitte des kommenden Jahres rechne. Mit dieser Einschätzung zeigt sich der amerikanische Konzern optimistischer als sein europäischer Gegenspieler. Außerdem erteilte man Gerüchten eine Absage, wonach die 787 Dreamliner doch noch während der Messe zum Erstflug startet.

Erstflugvorbereitungen an der Boeing 787. - © © Boeing -

Erstflugvorbereitungen an der Boeing 787.

Boeing erwartet den Beginn einer Erholung des weltweiten Luftfahrtmarktes etwa zur Mitte nächsten Jahres. «Wir könnten beim weltweiten Verkehr die Talsohle erreicht haben», sagte der Chef der Boeing Verkehrsflugzeuge, Scott Carson, heute auf der weltgrößten Luftfahrtmesse in Paris-Le Bourget. Eine Tendenz zur Normalisierung auf den Finanzmärkten könne sich «wahrscheinlich in der zweiten Hälfte» 2010 durchsetzen. Unklar sei, wie steil der Aufschwung sein werde, sagte Carson. Damit ist er optimistischer als Airbus-Chef Thomas Enders, der für 2010 und 2011 schwierigere Zeiten erwartet.

Langfristig sei die Nachfrage robust, sagte Carson. Wenn die Wirtschaft sich erholt, werden sich seiner Ansicht nach auch der Passagier- und Frachtverkehr erholen. In den nächsten 20 Jahren würden 29 000 Flugzeuge für 3,2 Billionen Dollar benötigt.

Die Folgen der Krise für die Kunden seien schwerwiegend, sagte Carson. Bei Frachtfluggesellschaften sei ein Einbruch von 40 bis 50 Prozent normal. Eine leichte Erholung im Frachtbereich könnte «schon dieses Jahr, sicherlich 2010» einsetzen.

Auf der Anbieterseite erwartet Carson längerfristig eine «neue Dynamik». Einerseits bleibe Airbus ein harter Wettbewerber, doch im Bereich der Mittelstreckenflugzeuge kommen fünf neue Konkurrenten hinzu. Darunter sind China, Japan und Russland.

Kein Erstflug der 787 in Paris

Boeing schloss aus, dass zu der Messe doch noch der Erstflug des als besonders spritsparend angepriesenen Langstreckenflugzeugs 787 Dreamliner stattfinden könnte. Wegen technischer Probleme hatte der US-Konzern diesen immer wieder verschoben. Carson bekräftigte, die 787 solle bis Ende des Monats erstmals abheben.

Auch Airbus kämpfte beim geplanten Konkurrenzmodell A350 XWB mit Verzögerungen, will nun aber wie zuletzt geplant 2013 fertig sein. Boeing bekam beim «Dreamliner» besonders Probleme durch die umfangreiche Auslagerung von Arbeiten an Zulieferer. Teile davon mussten wieder in den Konzern zurückgeholt werden.

Stand: 15.06.2009 - 3:07 PM Uhr

Quelle: dpa, AFP

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