Artikel vom 20.11.2009 0

Blue-Wings-Verkauf steht bevor

Bald von Aeroflot kontrolliert?

Der russische Geschäftsmann Alexander Lebedew bereitet seinen Ausstieg aus der deutschen Blue Wings vor. Dabei will er seine Mehrheitsanteile der russischen Aeroflot anbieten, an der er ebenfalls beteiligt ist. Dafür hat er einen ausgeklügelten Plan entwickelt.

Airbus A320 der Blue Wings - © © AirTeamImages.com -

Airbus A320 der Blue Wings

Der Mehrheitsaktionär der in Bocholt ansässigen Blue Wings, Alexander Lebedew, hat einen weiteren Schritt zum Verkauf seiner Anteile vorgenommen, berichtet das „Handelsblatt“ (Donnerstagsausgabe).

Der russische Geschäftsmann hält 48 % an der deutschen Fluggesellschaft, die im Frühjahr vom Luftfahrtbundesamt wegen fehlender Nachweise für über einen Monat an die Kette gelegt wurde. Davon habe sich die Fluggesellschaft bis heute nicht erholt, sagte Lebedew.

Die Ausstiegspläne sind nicht neu. Schon seit Mai sucht Lebedew einen Käufer und trat bereits an russischen Fluglinien wie Aeroflot und S7 Airlines heran. Lebedew ist zudem mit 30 Prozent an Aeroflot beteiligt und würde seine Anteile gerne dort platzieren. Als Kaufpreis nannte er 100 Millionen Euro. Eine Entscheidung soll im Dezember fallen.

Jedoch kann Aeroflot nicht Hauptaktionär werden, da sie ihren Sitz außerhalb der EU hat. Nun will der russische Milliardär fünf bis zehn Prozent seiner Anteile an die Raissa-Gorbatschowa-Stiftung verschenken. Diese hat ihren Firmensitz in Großbritannien, berichtet das Handelsblatt weiter. Der Blue-Wings-Gründer Jörn Hellwig und der zypriotische Anwalt Christodoulos Vassiliades würden ihre Anteile von je 26 Prozent behalten. Damit wäre Blue Wings weiterhin eine EU-Airline, selbst wenn Aeroflot bis zu 49 Prozent der Anteile kauft.

Über eine Aktionärsvereinbarung soll dann erreicht werden, dass die Raissa-Stiftung immer mit Aeroflot stimmt. So könnte die russische Airline Blue Wings trotzdem kontrollieren. Experten bezweifeln jedoch, ob bei einer solchen Übertragung auch die Verkehrsrechte mitgenommen werden könnten. Diese müssten eher neu verhandelt werden.

Aeroflot hatte in der Vergangenheit mehrfach versucht, sich an EU-Airlines zu beteiligen. So bewarb sich die Airline unter anderem bei der Privatisierung der CSA Czech Airlines.

Stand: 20.11.2009 - 12:39 PM Uhr

Quelle: airliners.de

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