Artikel vom 18.09.2009 0
Aus für kleine Jets bei Lufthansa
Stückkosten pro Sitz zu hoch
© Lufthansa
Avro RJ85 und CRJ200 der Lufthansa CityLine im Formationsflug
Lufthansa wird die Ausmusterung kleinerer Flugzeuge beschleunigen. Damit setzt Vorstandsmitglied Christoph Franz seinen erst vor wenigen Wochen angekündigten Sparkurs um, berichtet die „Financial Times“ (Freitagsausgabe) und beruft sich dabei auf die Mitarbeiterzeitschrift der Lufthansa.
So sollen zuerst 45 kleinere Regionalflugzeuge mit 50 bis 70 Sitzen die Flotte verlassen, da die Stückkosten zu hoch seien. Solche Maschinen fliegen derzeit bei Lufthansa Cityline und Eurowings. Sie sollen nun schneller durch größere Embraer 190 mit je 118 Sitzplätzen ersetzt werden.
Dieses Thema steht schon seit längerem auf der Tagesordnung bei Lufthansa, doch solch ein Tausch ist ein tariflich sensibles Thema. 1992 hatte Lufthansa im Rahmen der damaligen Sanierung zugesagt, dass bei allen Flugzeugen mit mehr als 70 Sitzen, die unter der Marke Lufthansa fliegen, über die Konditionen für die Piloten gesondert verhandelt werde. Die Situation ist angespannt, seitdem zunehmend größere Jets bei Cityline und den Regionaltöchtern fliegen. So wurden auch die neuen Embraer 190 an Augsburg Airways ausgeflaggt. Hinzu kommt, dass der Vergütungstarifvertrag für die Piloten seit Ende März 2009 offen ist.
Gleichzeitig hat Vorstandsmitglied Franz seine Mitarbeiter darauf eingeschworen, sich nicht mehr länger nur mit Air France-KLM und British Aiways zu messen. Auch Lowcost-Airlines wie Air Berlin und easyJet seien Konkurrenten, die vor allem mit Direktflügen auf dezentralen Strecken der Lufthansa Passagiere abnehmen. Hier müsse das eigene defizitäre Angebot umgehend restrukturiert und saniert werden, schrieb Franz in der Mitarbeiterzeitung. Bis 2011 will Franz im Geschäftsfeld Passage eine Milliarde Euro einsparen.
Stand: 18.09.2009 - 5:44 PM Uhr
Quelle: airliners.de
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