Artikel vom 15.12.2009 0

Airlines wollen zentrale Behörde für Flughafengebühren

Flughäfen lehnen bundesweite Regulierung ab

Im Streit um Flughafengebühren wünschen sich die im Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) organisierten Airlines eine bundesweite Regulierungsbehörde nach dem Vorbild der Bundesnetzagentur. Das bisherige Genehmigungsverfahren sorge für Intransparenz.

Fingersteig B des Flughafen Frankfurt - © Fraport AG -

Fingersteig B des Flughafen Frankfurt

Im Streit um die Entgelte an deutschen Flughäfen bekräftigen die Fluggesellschaften erneut ihre Forderung nach einer Regulierung auf Bundesebene. «Wir wünschen uns einen Regulierer, wie ihn andere Branchen wie etwa Telekommunikation, Post, Bahn oder Energie längst haben», sagte BDF-Geschäftsführer Michael Engel.

Eine solche Lösung habe den Vorteil, dass die Gebühren von einer unabhängigen Instanz genehmigt würden. Daher müsse die Bundesregierung jetzt aktiv werden, fordert auch die Lufthansa. "Aus unserer Sicht wäre eine neutrale Aufsichtsbehörde auf Bundesebene sinnvoll", zitiert das "Handelsblatt" (Dienstag) die größte deutsche Airline.

In Deutschland sind bislang die Bundesländer für die Genehmigung der Entgelte der Flughäfen zuständig, gleichzeitig aber oft auch an den Flughäfen beteiligt. Nach Ansicht der Fluggesellschaften sorgt das für "Intransparenz und lokale Monopolstellungen".

Flughäfen lehnen bundesweite Regulierung ab

Die Flughafenbetreiber lehnen eine Neuregulierung ab. "Unser Ziel muss es sein, als Flughäfen unternehmerisch frei zu agieren. Dafür brauchen wir faire Flughafenentgelte", sagt Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen Michael Eggenschwiler Ende November zum Thema Gebührenfestlegung.

Der Forderung der Fluggesellschaften nach der Einführung einer zentralen Regulierungsbehörde müsse mit dem Hinweis auf die Marktmacht der Airlines eine Absage erteilt werden.

Seit Jahren streiten Fluggesellschaften und Airports über die Gebühren. Erst in der vergangenen Woche hatte der Flughafenbetreiber Fraport nach monatelangen Verhandlungen eine Einigung mit den Airlines verkündet, wonach die Preise in den kommenden beiden Jahren schrittweise um insgesamt 12,5 Prozent erhöht werden. Dieses Vorpreschen habe für erneuten Unmut der Fluggesellschaften gesorgt. Der Flughafen München hatte daraufhin eine Gebührenerhöhung auf April 2010 verschoben. Insgesamt summieren sich die Flughafenentgelte in Deutschland jährlich auf rund zwei Milliarden Euro.

Stand: 15.12.2009 - 4:42 PM Uhr

Quelle: dpa-AFX, ddp, airliners.de

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