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Artikel vom 27.05.2010

Warnstreiks an Berliner Flughäfen

An den Flughäfen Berlin-Schönefeld und Tegel hat das Bodenpersonal am Morgen die Arbeit für sechs Stunden niedergelegt. Der Warnstreik führte an beiden Flughäfen zu Flugausfällen und Verspätungen.

Mitarbeiter des Bodenpersonals streiken am 27.05.2010 am Flughafen Tegel.  - © © dpa, T. Kleinschmidt -

Mitarbeiter des Bodenpersonals streiken am 27.05.2010 am Flughafen Tegel.

Ein Warnstreik hat am Donnerstag auf den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld den Flugverkehr beeinträchtigt. Mehrere Hundert Mitarbeiter des Bodenpersonals legten ab 4.00 Uhr für sechs Stunden die Arbeit nieder. Die Mehrzahl beteiligte sich in Tegel an der Aktion. Betroffen waren die Bereiche Check-in, Gepäckverladung und Flugzeugbereitstellung. Hintergrund ist ein Tarifkonflikt um höhere Bezahlung.

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi, die zu dem Arbeitskampf aufgerufen hat, wurden bei der Fluggesellschaft Easyjet rund 20 Flüge von und nach Schönefeld gestrichen. In Tegel sei es trotz des Einsatzes von «Streikbrechern» teilweise zu deutlichen Verspätungen gekommen. Die Situation bei den Fluggästen sei jedoch «entspannt» gewesen, sagte der Sprecher.

Rund 2000 Mitarbeiter der Firmen GlobeGround Berlin (GGB) und Ground Service International (GSI) sowie Acciona, die insgesamt etwa 90 Prozent des Bodenpersonals beschäftigen, waren zum Warnstreik aufgerufen. «Die Aktion war ein deutliches Signal an die Arbeitgeber», sagte der Verdi-Sprecher. Die Gewerkschaft hoffe, dass sie es verstanden hätten und mit einem besseren Angebot an den Verhandlungstisch zurückkehrten. Weitere Warnstreiks seien zunächst nicht geplant.

Die Verhandlungen über einen gemeinsamen Tarifvertrag für die 1.750 Beschäftigen von GlobeGround waren am Freitag vergangener Woche gescheitert. Verdi wollte vor allem eine Tarifbindung für die rund 450 Mitarbeiter von GSI, einer Tochtergesellschaft von GGB, mit der auch höhere Einkommen verbunden wären. Nach Verdi-Angaben sind viele Mitarbeiter zusätzlich zum Gehalt auf Hartz IV angewiesen. Den Mitarbeitern von Acciona drohen Verdi zufolge Gehaltseinbußen von bis zu 20 Prozent.

Von Arbeitgeberseite kam deutliche Kritik. «Wir haben uns in langen, intensiven Tarifverhandlungen jederzeit lösungsorientiert gezeigt und bedauern deshalb diesen unnötigen Schritt der Gewerkschaft», sagte GlobeGround-Geschäftsführer Bernhard Alvensleben. Das Unternehmen hatte nach eigenen Angaben für die unteren Einkommensgruppen eine Lohnsteigerung von 3,8 Prozent in Aussicht gestellt, für die höheren Einkommensgruppen bestehe ein Angebot auf Lohnstabilität. Der Geschäftsführer von Easyjet Deutschland, Thomas Haagensen, kritisierte, «hier soll ein Arbeitskampf auf dem Rücken der Passagiere ausgetragen werden.»

Stand: 27.05.2010 - 12:20 PM Uhr

Quelle: ddp, AFP, airliners.de

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