Artikel vom 16.05.2011 0
Warnstreik bei Easyjet in Berlin
Airline und Gewerkschaft "weiterhin gesprächsbereit"
© Berliner Flughäfen
easyJet in Berlin-Schönefeld
Ein neuerlicher Warnstreik der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat am Samstag bei der Fluggesellschaft Easyjet in Berlin-Schönefeld Verspätungen und Flugausfälle verursacht. Insgesamt mussten zehn Flüge von und nach Berlin gestrichen werden, wie die Fluggesellschaft mitteilte.
Betroffen waren Verbindungen nach Spanien, Italien, Griechenland und Schweden. Der Warnstreik wurde gegen 12.00 Uhr beendet. Bis Samstagabend mussten die Passagiere dennoch mit deutlichen Verspätungen rechnen. Am Sonntagmorgen verlief der Flugverkehr nach Angaben einer Sprecherin aber wieder planmäßig.
Das Unternehmen bedauerte in einer Stellungnahme, dass die Gewerkschaft «unangemeldet» streike. Betroffene Passagiere seien soweit wie möglich per SMS oder E-Mail informiert worden. Die Flüge könnten kostenlos umgebucht werden, auch werde der Ticketpreis erstattet.
Verdi hatte erst 15 Minuten vor Beginn über den Ausstand informiert. Laut Flughafensprecher Ralf Kunkel waren auch sogenannte Infoteams auf dem Airport unterwegs, um gestrandeten Passagieren bei Ausweichflügen zu beraten.
Von dem Warnstreik betroffen waren Verbindungen von und nach Barcelona, Neapel, Göteborg, Madrid und Rom. Es beteiligten sich sowohl das Bordpersonal als auch die Piloten. Die Aktion ziele darauf ab, «den Flugverkehr zu beeinträchtigen und Unannehmlichkeiten für die Passagiere zu verursachen», kritisierte das Unternehmen. Easyjet sei weiterhin gesprächsbereit, betonte die Sprecherin. Einen genauen Termin für neue Verhandlungen oder ein Angebot nannte sie am Samstag nicht.
Laut Verdi-Sprecher Holger Rößler beteiligten sich rund 60 Mitarbeiter der Frühschicht an dem Warnstreik. Er rechtfertige die kurzfristige Ankündigung damit, dass das Unternehmen ansonsten die Möglichkeit gehabt hätte, Personal aus anderen Ländern nach Schönefeld zu bringen. So sei dies erst gegen Mittag möglich gewesen.
«Wir hoffen jetzt auf ein wirklich neues Angebot», betonte Rößler. Easyjet habe sich bislang in den Gesprächen überhaupt nicht bewegt. «Wir sind durchaus kompromissbereit. Wir machen das ja nicht zum Spaß», sagte er. Zugleich kündigte er an, dass sich die Gewerkschaft nun möglicherweise auf eine Urabstimmung vorbereiten müsse.
Hintergrund der Arbeitsniederlegungen sind die seit Monaten laufenden Tarifverhandlungen, die bislang ohne Ergebnis geblieben sind. Das britische Unternehmen Easyjet beschäftigt in Schönefeld rund 240 Flugbegleiter und 110 Piloten. Verdi hatte bereits Anfang April zu einem Warnstreik bei der Gesellschaft in Schönefeld aufgerufen.
Stand: 16.05.2011 - 9:24 AM Uhr
Quelle: dpa
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