Artikel vom 11.01.2012 0

UFO legt Gutachten gegen Lufthansa-Leiharbeit vor

Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) hat einige Auszüge eines Gutachtens zur geplanten Leiharbeit bei Lufthansa veröffentlicht. Demnach gilt laut Tarifvertrag das Verbot der Fremdbereederung in der Kabine.

Logo der Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) - © © UFO -

Logo der Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO)

Angesichts der Pläne für einen Einsatz von Leiharbeitern in Lufthansa-Flugzeugen hat die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) Auszüge aus einem Gutachten veröffentlicht. Es komme zu dem Schluss, dass das tariflich vereinbarte Verbot fremden Kabinenpersonals - im Fachjargon Fremdbereederung genannt - noch gelte, teilte UFO am Mittwoch in Berlin mit. Sollte die Lufthansa an dem Plan festhalten, Flugbegleiter über einen Personaldienstleister zu rekrutieren, werde UFO Klage einreichen. UFO habe dem Konzern eine Frist gesetzt, um von dem Vorhaben abzurücken.

Aus dem Gutachten zitiert die Organisation vor allem zu dem Punkt der Fremdbereederung: "Der Inhalt des Fremdbereederungsverbots umfasst in seinem Kern jedenfalls ein Verbot, die Bereederung auf einen externen Dienstleister zu übertragen", heiße es dort. "Es handelt sich somit um ein Verbot des Outsourcings", zitiert die Organisation das Papier weiter.

Die Lufthansa hatte Anfang Januar Pläne bestätigt, für den neuen Berliner Flughafen rund 200 Flugbegleiter über einen Personaldienstleister zu rekrutieren. Ein Unternehmenssprecher begründete dies mit dem "harten, sehr speziellen" Wettbewerb mit vielen Billiganbietern an dem Flughafen, der Anfang Juni öffnen soll.

Gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi hat UFO eine zeitlich befristete Tarifpartnerschaft vereinbart, um in nächster Zeit mit der Lufthansa zu verhandeln. Dabei geht es nicht nur um die Leiharbeitspläne, sondern auch um eine neue Vergütung für die 50.000 Lufthansa-Beschäftigten. Die Arbeitnehmervertreter fordern 6,1 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, wie Verdi am Mittwoch mitteilte.

"Es muss endlich wieder mehr Geld in die Taschen der Beschäftigten kommen", erklärte Verdi-Bundesvorstand Christine Behle. Die Lufthansa-Mitarbeiter hätten in der letzten Tarifrunde auf eine Gehaltserhöhung verzichtet, dies müsse nun ausgeglichen werden. Am Freitag beginnen in Frankfurt am Main die ersten Tarifgespräche.

Stand: 11.01.2012 - 3:33 PM Uhr

Quelle: AFP

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