Artikel vom 16.08.2010 0

Piloten drohen Air Berlin mit Streik

Urabstimmung

Nach mehrmonatigen Verhandlungen ohne Ergebnis drohen bei Air Berlin und LTU noch im August Warnstreiks. In einer Urabstimmung haben sich 99 Prozent der Piloten für Streikmaßnahmen ausgesprochen, sollte in den kommenden Tagen nicht Bewegung in die Verhandlungen kommen.

Air Berlin am Flughafen Hamburg - © © AirTeamImages.com - HAMFive

Air Berlin am Flughafen Hamburg

Bei Air Berlin und ihrer Tochter LTU könnte es noch im August zu Pilotenstreiks kommen. Wie die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Montag in Berlin mitteilte, sei es trotz monatelanger Tarifverhandlungen nicht gelungen, mit den Arbeitgebern Einigkeit über Flugdienst-, Ruhe- und Bereitschaftszeiten zu erreichen. Falls auch in den kommenden Tagen keine Bewegung in den Tarifkonflikt komme, «werden Arbeitskampfmaßnahmen noch im August wohl unvermeidlich sein».

Cockpit verhandelt am Dienstag und Mittwoch wieder mit den Arbeitgebern. Über den Ort der Gespräche wurde Stillschweigen vereinbart, wie ein Air-Berlin-Sprecher auf ddp-Anfrage sagte. Anlass für Warnstreiks durch die Gewerkschaft sehe er nicht. Vielmehr sei man bei den laufenden Verhandlungen auf einem «konstruktiven» Weg, auch für September sei bereits ein weiterer Gesprächstermin geplant. Trotz eines wegen der Flugausfälle wegen der Aschewolke «schwierigen Jahrs» sei Air Berlin «willens Verbesserungen beim Manteltarif zu vereinbaren», sagte der Sprecher. In den vergangenen Wochen habe man sich mit der Gewerkschaft bereits angenähert.

Wie VC weiter mitteilte, haben sich 99 Prozent aller Air Berlin-Piloten bei einer Urabstimmung hinter die aktuelle Tarifpolitik ihrer Gewerkschaft gestellt. Bei der Air-Berlin-Tochter LTU seien es 97 Prozent gewesen.

Seit Februar lägen die Forderungen der Gewerkschaft auf dem Tisch, betonte VC. Strittige Punkte seien außerdem die täglichen Änderungen der Dienstpläne des Cockpitpersonals und eine von der Gewerkschaft geforderte verstärkte Flugbesatzung bei Langstreckenflügen. Bei anderen deutschen Airlines sei es üblich, auf langen Strecken einen dritten Piloten einzusetzen, betonte die Pilotengewerkschaft. Bei Air Berlin müssten indes nur zwei Piloten Ziele im Westen der USA, Fernost und Südafrika, anfliegen. Dies sei «nicht mehr akzeptabel».  

Die Piloten hatten bereits Anfang März Warnstreiks angekündigt. Sie sagten die Arbeitsniederlegung ab, weil die Gewerkschaft sich damals "ernsthaft Hoffnung auf eine Tariflösung" machen konnte, wie sie erklärte. Zu dieser Lösung sei es nun doch nicht gekommen.

Stand: 16.08.2010 - 3:13 PM Uhr

Quelle: ddp, AFP, airliners.de

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