Artikel vom 27.01.2009 0
Air Dolomiti übernimmt erste Embraer 195
Streit mit Lufthansa Piloten
© Lufthansa
Air Dolomiti Embraer 195
Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie wird heute das erste Flugzeug des Typs Embraer 195 an Air Dolomiti übergeben. Mit der Veranstaltung in Sao José dos Campos, dem Hauptsitz von Embraer in Brasilien, beginnt die Auslieferung von insgesamt 30 Flugzeugen der 190er-Familie an den Lufthansa-Konzern bis Ende 2011.
Eingesetzt werden die Maschinen auf Strecken zwischen Italien und Deutschland, wie beispielsweise von Verona, Mailand und Turin nach München oder Frankfurt. Zunächst sollten die "E-Jets" der Air Dolomiti in Mailand stationiert werden. Mit der Gründung der „Lufthansa Italia“ ist der Konzern nun aber stattdessen mit sechs Airbus A319 von Mailand-Malpensa aus zu verschiedenen dezentralen europäischen Zielen unterwegs.
Die insgesamt 30 "E-Jet"-Regionalflugzeuge wurden von Lufthansa im Juni 2007 bei dem brasilianischen Hersteller geordert und ersetzen bei Air Dolomiti auch die älteren BAe 146. Neben Air Dolomito soll später auch die Lufthansa CityLine die neuen Maschinen betreiben.
Streit mit Lufthansa-Piloten
Die Vereinigung Cockpit und die LH-Konzernleitung streiten dabei immer noch darum, wo und unter welchen Bedingungen Fluggerät mit über 70 Sitzen eingesetzt wird. Um die Bestellung und den Einsatz der mittelgroßen Maschinen bei den Lufthansa-Regionalpartnern war ein Streit mit den Piloten der Lufthansa entbrannt, da eine Vereinbarung aus dem Jahr 1992 de facto vorsieht, dass Flugzeuge mit mehr als 70 Sitzen nicht bei der CityLine eingesetzt werden können. Die Bezahlung der Piloten ist dort schlechter als bei der Muttergesellschaft.
Die Piloten der Muttergesellschaft befürchten vor allem, dass klassische Regionalverbindungen mehr und mehr von anderen Lufthansa-Regionaltöchtern übernommen werden könnten. In diesem Zusammenhang werden die "Lufthansa Italia"-Point-to-Point Verbindungen in Mailand auch kritisch gesehen, denn die Airbusse fliegen mit Personal der Lufthansa-Regionaltöchter.
Mitarbeiter und der Gesamtbetriebsrat der CityLine hatten dagegen bereits Befürchtungen geäußert, die CityLine könne "ausbluten", wenn Lufthansa die kleinen Maschinen der CityLine ausmustere und neue, größere Maschinen bei anderen Regionaltöchtern einsetzt. Zurzeit arbeitet Lufthansa im Regionalverkehr auch mit Eurowings, Contact Air, Augsburg Airways und Air Dolomiti zusammen.
Wegen der stark gestiegenen Kerosinkosten sei das relativ kleine CityLine-Fluggerät in großen Teilen unrentabel geworden und soll gegen größere Maschinen getauscht werden, heißt es bei der Lufthansa zu den Bestellungen. Die Auslieferung der neuen Regional-Flugzeuge sei Teil eines umfassenden Programms zur Modernisierung der Regionalflotte innerhalb des Lufthansa-Konzerns, teilte die Airline auch heute wieder mit.
Bereits jetzt betreibt die Lufthansa CityLine Bombardier CRJ-900 Maschinen mit 84 Passagieren. Die Lufthansa hat darüber hinaus mit dem Embraer-Konkurrenten Bombardier auch eine Vorvereinbarung über den Kauf von bis zu 60 Flugzeugen der neuen CSeries unterzeichnet. Diese Flugzeuge bieten dann sogar Platz für bis zu 130 Passagiere.
Stand: 27.01.2009 - 7:31 PM Uhr
Quelle: airliners.de
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