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Namenssuche für Hauptstadtflughafen BBI läuft an

Willy, Marlene oder Otto

Die Berliner Flughäfen haben den "Markenbildungsprozess" gestartet, um einen  Beinamen für den entstehenden Großflughafen zu finden. Beim IATA-Code ist die Sache wohl schon entschieden.

Blick über die BBI-Baustelle mit der Zufahrt zum Hauptterminal - © © dpa -

Blick über die BBI-Baustelle mit der Zufahrt zum Hauptterminal

Richtig klangvoll ist der Name Schönefeld in der weiten Welt der Luftfahrt bisher nicht. Der Boom der Billigflieger hat den einstigen DDR-Zentralflughafen südöstlich von Berlin inzwischen kräftig zum Leben erweckt - die große Zukunft soll aber erst beginnen. Auf dem Areal drehen sich die Kräne für den Bau des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg International (BBI).

Zur geplanten Eröffnung im Herbst 2011 soll der drittgrößte Airport der Republik dann nicht nur mit einem modernen Terminal locken, sondern auch mit einem neuen Namen. Langsam laufen Vorbereitungen an, einen umfassenden Markenauftritt für das Milliardenprojekt zu entwerfen. Diskutiert wird auch über einen prominenten Beinamen: Willy Brandt.

Die Flughafengesellschaft rüstet sich bereits für die Entwicklung eines neuen Erscheinungsbilds, auch wenn das Hauptaugenmerk momentan auf der Riesenbaustelle mit mehr als 2000 Arbeitern liegt. Mit einer Design-Agentur laufen Vorarbeiten für den «Markenbildungsprozess», der dann im nächsten und übernächsten Jahr konkret werden soll, wie ein Sprecher sagt.

Dabei geht es neben dem Namen des Flughafens um den Drei-Buchstaben-Code, der einmal auf die Kofferetiketten kommt, und den Unternehmensnamen. Bisher präsentiert sich die Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH unter der Marke «Berliner Flughäfen» - künftig soll es aber nur noch den Großflughafen geben, der die verbliebenen Alt-Standorte Tegel und Schönefeld aus den Tagen der Teilung ersetzt.

Leitlinien für Namensfindung

Einige Leitlinien für die Namenssuche stehen schon. «Es muss ein Name sein, der international Ausstrahlungskraft hat und der auf einen breiten Konsens in der Region stößt», sagt Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke). Das Kürzel BBI, das in aller Munde ist, gilt offiziell nur als Arbeitstitel. Als Abkürzung habe es auch «überhaupt keinen Charme», meint der Werbeexperte Volker Nickel.

Die Bezeichnung sollte natürlich auch im Ausland verständlich sein. «Japaner und Chinesen müssen damit etwas anfangen können.» Der Ortsname Schönefeld mit seinem typisch deutschen Umlaut dürfte daher kaum Chancen haben - Passagiere aus Übersee würden ihn bestenfalls als «Schonefeld» aussprechen. Ob der Airport auf brandenburgischem Boden schlicht und einfach «Berlin» getauft werden kann, ist andererseits auch offen.

Die Entscheidung über den Namen trifft am Ende der Aufsichtsrat, in dem der Bund und die beiden Länder als Gesellschafter sitzen. Auf politischer Ebene dürfte auch zu klären sein, ob der Prestigebau einen Beinamen bekommt. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hatte 2004 als erster vorgeschlagen, den Flughafen nach dem früheren Bundeskanzler und Regierenden Bürgermeister «Willy Brandt International» zu nennen, was auch bei der Hauptstadt-SPD gut ankommt.

Diskutiert wurde unter Landespolitikern aber auch schon über Namenspatrone wie den Wissenschaftler Albert Einstein, die Filmdiva Marlene Dietrich oder den Flugpionier Otto Lilienthal - so lautet auch schon der weitgehend unbekannte Beiname des Flughafens Tegel.

IATA-Code BBI bereits vergeben

Klarer ist die Frage des künftigen Airport-Kürzels. Alles spricht für die Kombination BER. Wie PAR für Paris ist sie schon jetzt der «Area-Code» von Berlin neben den Kürzeln der beiden Standorte Tegel (TXL) und Schönefeld (SXF). Über die Buchstaben BBI brauchen die Experten in diesem Zusammenhang jedenfalls nicht nachzudenken. Die Internationale Luftverkehrsvereinigung IATA hat sie schon vergeben - an den Flughafen der indischen Provinzhauptstadt Bhubaneshwar.

Sascha Meyer, dpa

Stand: 24.08.2009 - 11:25 AM Uhr

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