Artikel vom 05.08.2010 0

Mexicana stoppt Ticketverkauf

Weiter Streit um Pilotengehälter

Die insolvente Mexicana hat am Mittwochabend ihren Ticketverkauf auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Noch am Dienstag hatte die Airline ihren Kunden "business as usual" zugesichert. Mexicana ringt nun mit ihren Gewerkschaften um ein Sanierungskonzept.

Piloten der insolventen Mexicana demonstrieren in Mexiko-Stadt am 04.08.2010 - © © dpa - Sashenka Gutierrez

Piloten der insolventen Mexicana demonstrieren in Mexiko-Stadt am 04.08.2010

Die Fluggesellschaft Mexicana hat am Mittwochabend um 18:00 Uhr (Ortszeit) den Verkauf von Flugtickets bis auf Weiteres eingestellt. Die hoch verschuldete mexikanische Fluggesellschaft hatte am Dienstag Insolvenz und darüber hinaus auch Gläubigerschutz in den USA beantragt.

Noch am Mittwoch hatte es seitens der Airline zunächst geheißen, der Flugbetrieb werde während der Sanierung der Finanzen planmäßig weitergehen, mit nur geringen Änderungen auf internationalen Routen.

Mexicana erklärte nun, dass auf unbestimmte Zeit keine Tickets verkauft würden; allerdings sicherte die Airline ihren Kunden zu, die Flüge durchzuführen, für die bereits Buchungen vorlägen. Dies solle "den Kunden Gewissheit geben und das Vertrauen stärken" sowie "mehr Raum für die Verhandlungen mit den Gewerkschaften bieten", erklärte Mexicana weiter.

Die Tochtergesellschaften MexicanaClick und MexicanaLink, die ausschließlich innerhalb von Mexiko verkehren, seien nicht betroffen und würden ihren kompletten Flugbetrieb wie gewohnt fortsetzen.

Wenige Stunden vor der Bekanntgabe des Ticketstopps hatten rund 200 Piloten vor dem Hauptsitz der Mexicana in Mexiko-Stadt demonstriert und den Rücktritt von Chairman Gaston Azcarraga gefordert.

Mexicana hatte ihrem fliegenden Personal zuvor einen neuen Tarifvertrag vorgeschlagen, der Entgeltkürzungen von 41 Prozent für Piloten und 39 Prozent für Flugbegleiter vorsah. Zudem sollte die Zahl der Piloten und Flugbegleiter im Unternehmen um 40 Prozent reduziert werden.

Mexicana führte ihre finanziellen Probleme vor allem auf die Löhne des fliegenden Personals zurück, die deutlich über denen von US-Fluggesellschaften lägen. Die Pilotengewerkschaft ASPA wies den neuen Tarifvorschlag der Airline zurück. Die Arbeitnehmervertreter erklärten, Piloten und Kabinenpersonal hätten bereits im Jahr 2006 Entgeltkürzungen hingenommen und die Fluggesellschaft damit rund 48 Millionen US-Dollar jährlich gespart. ASPA machte vor allem ein schlechtes Management für die finanziellen Turbulenzen von Mexicana verantwortlich.

Stand: 05.08.2010 - 11:05 AM Uhr

Quelle: airliners.de

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