Artikel vom 17.05.2010
Lufthansa: A380-Countdown läuft
Erste Maschine wird am Mittwoch ausgeliefert
Die Lufthansa bereitet sich auf die Übernahme des ersten Airbus A380 vor. Rund 1.000 geladene Gäste werden die Ankunft in einer Wartungshalle am Frankfurter Flughafen verfolgen. Am Mittwochnachmittag soll das 24 Meter hohe Flugzeug in die 25.000 Quadratmeter große Halle rollen und auf den Namen «Frankfurt am Main» getauft werden. Das Flugzeug, das 526 Passagieren Platz bietet, löst im kommenden Monat den Großraumjet Boeing 747-400 als Lufthansa-Flaggschiff ab.
Ab dem 11. Juni bietet die Fluggesellschaft mit ihrem ersten im Linienverkehr eingesetzten A380 regelmäßig Verbindungen nach Tokio an. Später wird das Angebot mit Zielen wie Johannesburg und Peking allmählich erweitert.
Umfangreiche Vorbereitungen
Die logistischen Herausforderungen, ein Flugzeug abzufertigen, das im Vergleich zu den bisher größten Passagierflugzeugen der Flotte mehr als 150 Menschen zusätzlich an Bord nehmen kann, seien enorm. Es habe umfangreiche Vorbereitungen gegeben, betont Michael Lamberty von der Lufthansa. Für das Einsteigen der Passagiere, die Gepäckbeladung und die technische Versorgung des Flugzeuges am Boden sei in einer mehrjährigen Vorbereitungsphase «eine völlig neue Choreographie» für die Arbeitsabläufe entworfen worden. «Es ist so, als ob man zwei Flugzeuge gleichzeitig abfertigt».
Bis zu 70 Menschen sind im Einsatz, um das Flugzeug nach einer Landung innerhalb von 90 Minuten wieder startklar zu machen. Dem zeitlichen Druck und organisatorischen Aufwand sehen die Flughafenverantwortlichen wegen erfolgreich absolvierter Tests gelassen entgegen. Selbst wenn das Flugzeug künftig täglich in Frankfurt Station mache, sei dies kaum bedeutend für den dortigen Ablauf. «Bei rund 1.400 Flugbewegungen täglich würden selbst mehrere A 380-Abfertigungen kaum auffallen», sagt Fraport-Sprecher Thomas Uber. 2005 sei Frankfurt weltweit der erste Verkehrsflughafen gewesen, auf dem ein A380 gelandet ist, weil hier bereits die notwendige Infrastruktur zur Abfertigung der doppelstöckigen Maschine vorhanden war.
Lufthansa bildet zunächst 30 Piloten für A380 aus
Derzeit bildet Deutschlands größte Fluggesellschaft 30 Piloten für den Dienst im A380 aus, die später selbst als Ausbilder ihr Wissen an Kollegen weitergeben sollen, erklärt Lamberty. «Bis zum Ende des Jahres werden dann rund 100 Lufthansapiloten die Lizenz haben, einen A380 zu fliegen.» Bis dahin verfüge das Unternehmen über vier der Passagierflugzeuge.
Bevor der normale Linienverkehr aufgenommen wird, bringt ein A380-Sonderflug die deutsche Fußballnationalmannschaft am 6. Juni zur Weltmeisterschaft nach Südafrika. Anschließend soll der A380 die Internationale Luftfahrtaustellung ILA in Berlin eröffnen. Insgesamt hat die Lufthansa 15 Flugzeuge des Typs A380 bestellt, deren Heimatbasis in Zukunft Frankfurt sein wird.
Stand: 17.05.2010 - 3:41 PM Uhr
Quelle: ddp, airliners.de
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