Artikel vom 01.12.2009 0

Gebührenstreit: Fraport und Airlines einig

Schrittweise Erhöhung der Entgelte

Fraport hat sich mit Vertretern von Airlines und Airline-Verbänden auf eine schrittweise Erhöhung der Flughafengebühren in Frankfurt geeinigt. Nun werden die Entgelte in den nächsten zwei Jahren um insgesamt 12,5 Prozent erhöht. Für die Jahre 2012 bis 2015 wurde hingegen noch keine Einigung erzielt.

Fingersteig B des Flughafen Frankfurt - © Fraport AG -

Fingersteig B des Flughafen Frankfurt

Der Streit um die Anhebung der Flughafengebühren in Frankfurt ist vorerst beigelegt. Der Flughafenbetreiber Fraport einigte sich am Dienstag nach monatelangen Verhandlungen mit Vertretern von Fluggesellschaften und Verbänden darauf, die Entgelte in den kommenden beiden Jahren schrittweise um insgesamt 12,5 Prozent zu erhöhen.

Das Ergebnis gebe Fraport die notwendige Planungssicherheit, sagte Vorstandschef Stefan Schulte am Dienstag nach einer Anhörung im hessischen Wirtschaftsministerium. Allerdings müssen sich beide Seiten bis 19. Februar noch über die Entgelte für die Jahre 2012 bis 2015 verständigen. Kommt diese Einigung nicht zustande, wird die ursprünglich von Fraport angestrebte Anhebung um 8,4 Prozent zum 1. April kommenden Jahres wirksam.

Die Fraport-Aktie setzte ihren Höhenflug kurz nach den Nachrichten weiter fort und notierte zuletzt mit 5,15 Prozent im Plus bei 34,68 Euro. Die Lufthansa-Aktie lag nach einem kurzen Kurssprung wieder ähnlich wie zuvor mit 2,26 Prozent im Plus bei 10,87 Euro.

Lufthansa: „Tragfähige Lösung“

Ein Lufthansa-Sprecher sprach von einer "tragfähigen Lösung mit einer längerfristigen Perspektive", doch bereite auch diese Erhöhung dem Unternehmen große Schmerzen. Im Vergleich zu der ursprünglichen Fraport-Forderung werde die Lufthansa im kommenden Jahr allerdings um zwei Drittel entlastet.

Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) sah hingegen "keinen Grund zur Zufriedenheit". Die höheren Entgelte belasteten die Fluggesellschaften sehr, sagte eine Sprecherin. Die Regulierung der Flughafengebühren müsse dringend reformiert werden. Dies sieht der Flughafenverband ADV anders - erst letzte Woche hatte er sich erneut gegen eine Reform ausgesprochen.

Ursprünglich hatte Fraport die Gebühren bereits zum Jahreswechsel um 8,4 Prozent anheben wollen. Dagegen waren die Fluggesellschaften Sturm gelaufen, da sie in der Wirtschaftskrise ohnehin mit hohen Belastungen zu kämpfen haben. Der Repräsentant der internationalen Fluggesellschaften, Martin Gaebges, sagte, mit der neuen Landebahn in Frankfurt seien ab 2011 deutlich mehr Flugbewegungen möglich, so dass die Gebühren pro Flug und Passagier geringer ausfallen könnten.

Gebührenerhöhung in vier Schritten

Die Entgelte für Starts, Landungen, Lärm, Emissionen, Passagiere, Sicherheit und das Abstellen von Flugzeugen sollen nun erstmals zum 1. Juli 2010 um 4 Prozent steigen. Zum 1. Oktober 2010 sollen die Entgelte um 3 Prozent, zum 1. April 2011 erneut um 3 Prozent sowie zum 1. Oktober 2011 um 2,5 Prozent angehoben werden. Durch die Mehreinnahmen will Fraport im kommenden Jahr wie geplant einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 600 Millionen Euro erreichen.

Stand: 01.12.2009 - 5:30 PM Uhr

Quelle: dpa-AFX

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