Artikel vom 10.02.2010 0
Entgeltverhandlungen in Frankfurt auf der Kippe
© Fraport
Rollverkehr am Flughafen Frankfurt
Die Gebührenverhandlungen zwischen Vertretern der Fluggesellschaften und dem Flughafenbetreiber Fraport drohen zu scheitern. Das bisherige Verhandlungsangebot mit einer Steigerung der Entgelte um insgesamt 20 Prozent im Zeitraum von 2012 bis 2015 sei für die Airlines «nicht akzeptabel», teilte der Interessenverband BARIG (Board of Airline Representatives in Germany) am Mittwoch in Frankfurt mit.
Damit sei auch der im Dezember des vergangenen Jahres ausgehandelte Kompromiss über die schrittweise Anhebung der Gebühren um 13,1 Prozent bis Ende des Jahres 2011 in Gefahr. Dieser steht unter dem Vorbehalt, dass sich die Parteien bis zum 19. Februar über die weitere Entwicklung der Entgelte einigen können.
BARIG-Generalsekretär Martin Gaebges beklagte, der Frankfurter Flughafen sei «heute schon deutlich teurer als europäische Mitbewerber». Die jetzige Verhandlungsposition würde den Abstand nochmals deutlich vergrößern. «Wir wollen mit Fraport zusammen am Standort Frankfurt wachsen. Frankfurt soll aus unserer Sicht die Nummer 1 in Europa werden», fügte Gaebges hinzu. Dies sei aber nur möglich, wenn «marktkonforme und wettbewerbsfähige Konditionen» erhalten blieben.
Der Münchner Flughafen hat die geplante Erhöhung der Landegebühren im Dezember 2009 um drei Monate verschoben. Nun sollen die Gebühren erst zum April 2010 um bis zu 4,5 Prozent steigen.
Im Streit um die Entgelte bekräftigten die Fluggesellschaften ihre Forderung nach einer Regulierung auf Bundesebene. «Wir wünschen uns einen Regulierer, wie ihn andere Branchen wie etwa Telekommunikation, Post, Bahn oder Energie längst haben», sagte Michael Engel, Geschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Fluggesellschaften (BDF) im Dezember. Der Flughafenverband ADV (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen) lehnt eine solche Regulierungsbehörde ab.
Stand: 10.02.2010 - 5:17 PM Uhr
Quelle: ddp, BARIG, airliners.de
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