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Artikel vom 30.08.2010

BBI: Gebührenstreit absehbar

Balanceakt

Kaum ist der Ärger um die verzögerte Betriebsaufnahme des Hauptstadtflughafens BBI verraucht, droht auch schon neues Ungemach: Bei der Höhe der Flughafenentgelte muss der Betreiber den Spagat zwischen differenzierten Gebühren und Refinanzierung des Airports schaffen. Leipzig und Dresden werden versuchen, Billigflieger nach Sachsen zu holen.

Visualisierung des BBI-Terminals

Am künftigen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg (BBI) droht bei der Festlegung der künftigen Flughafenentgelte neues Ungemach, berichtete die „Berliner Morgenpost“ in ihrer Sonntagsausgabe. Der Ausgleich der Interessen zwischen Flughafen und Airlines sei „schier unlösbar“ werden Experten zitiert, die bereits eine Abwanderung der Billigflieger prophezeien.

Der derzeitige BBI-Businessplan sieht einen Durchschnittserlös von 26 Euro pro Passagier vor. Das wären sechs Euro mehr als zur Zeit in Berlin-Tegel durchschnittlich erhoben werden und sogar 17 Euro mehr als in Berlin-Schönefeld. Die bereits heute in Schönefeld angesiedelten Billigflieger wie easyJet und Germanwings müssten nach Ansicht der Experten mit 15 bis 16 Euro pro Passagier etwa doppelt soviel abführen wie bisher. Klassische Full-Service-Airlines wie Lufthansa würden mit 28 Euro pro Passagier zur Kasse gebeten werden.

Angesichts des Preisniveaus herrscht insbesondere bei den Lowcost-Airlines Unmut. Die Unterschiede zwischen dem Lowcost-Per im Norden und dem Hauptterminal seien nicht so, „wie wir uns das erhofft hatten“, sagte Germanwings-Sprecher Heinz Joachim Schöttes der Zeitung. Lufthansa hatte schon vor Monaten unmissverständlich klar gemacht, dass man nicht für Quersubventionierungen anderer Airline aufkommt.

Die erste Konsultation zwischen den Berliner Flughäfen als Betreibergesellschaft und den Fluggesellschaften ist für den 5. Oktober angesetzt. Es liegt die Vermutung nahe, dass nur noch öffentliche Zuschüsse den Spagat zwischen niedrigen Gebühren und Refinanzierung des knapp 2,7 Milliarden Euro teuren BBI meistern können. Dies wurde bisher aber vehement abgelehnt.

Die Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden, die beide zur Mitteldeutschen Airport Holding gehören, frohlocken angesichts der bevorstehenden Debatten und werden versuchen, die Lowcost-Airlines mit günstigen Konditionen aus Berlin abzuwerben.

Stand: 30.08.2010 - 4:51 PM Uhr

Quelle: airliners.de

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