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Artikel vom 04.08.2009

ANA präsentiert Ergebnissicherungsplan

Nach Quartalsverlusten

All Nippon Airways (ANA) hat im zweiten Quartal 2009 rote Zahlen geschrieben. Nun will die Airline mit einem neuen Ergebnissicherungsplan Umsätze erhöhen und Kosten senken.

Boeing 737-500 der ANA - © © AirTeamImages.com -

Boeing 737-500 der ANA

Der Konzernumsatz der japanischen Fluggesellschaft ANA sank im zweiten Quartal 2009 um 21,9 Prozent auf 269,8 Milliarden Yen (rund 1,99 Mrd Euro), was zu einem operativen Verlust von rund 312,9 Millionen Euro im Dreimonatszeitraum vom 1. April bis 30. Juni 2009 führte. Der Verlust konnte auch durch eine Reduzierung der Kosten um 5,6 Prozent auf rund 2,3 Milliarden Euro nicht ausgeglichen werden. Der Nettoverlust beträgt rund 215,5 Millionen Euro, wie die börsennotierte Gesellschaft mitteilte.

Ein neuer Plan soll der ANA im aktuellen Geschäftsjahr, das am 31. März 2010 endet, nun ein positives Ergebnis sichern. Die Fluggesellschaft will ihren Umsatz um 30 Milliarden japanische Yen (rund 222 Mio Euro) erhöhen und auf der Ausgabenseite zusätzlich sparen. Mit dem Maßnahmenpaket, so die Airline in Tokio, sollen die für dieses Jahr geplanten Ziele trotz der widrigen ökonomischen Rahmenbedingungen erreicht werden. Die neuen Planungen ergänzen Kostenreduzierungen um 73 Milliarden Yen (rund 541 Mio Euro), die bereits für das Geschäftsjahr 2009 eingeplant und schon am 30. April kommuniziert wurden.

„Trotz einiger Anzeichen für eine langsame Erholung der japanischen Wirtschaft ist ein Ende der Krise noch nicht absehbar“, teilte ANA heute mit. Hauptursache dafür sei aus Sicht der japanischen Fluggesellschaft das Grippevirus H1N1, das für einen deutlichen Rückgang der Ticketnachfrage seit Ende April verantwortlich sei. Der Plan zur Ergebnissicherung umfasst daher Maßnahmen in verschiedenen Bereichen:

Kapazitätenanpassung im Streckennetz

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2009 gerieten die Passagierzahlen sowohl national als auch international stark unter Druck. Daher will ANA bei Bedarf bestimmte Dienste reduzieren oder streichen und auch kurzfristig andere Flugzeugtypen als ursprünglich geplant einsetzen, um den Sitzladefaktor zu verbessern. Außerdem wird ANA noch im laufenden Geschäftsjahr die Strecke zwischen Tokio/Haneda und Peking in den Flugplan aufnehmen sowie den neuen Fracht-Hub in Okinawa eröffnen. Die neue Route Tokio/Haneda – Peking wird ab 25. Oktober täglich mit einer 767-300ER beflogen. Zudem wird Mumbai ab diesem Datum mit einem täglichen Flug ab Tokio/Narita häufiger bedient (statt bisher dreimal wöchentlich), ebenso wird auf der innerjapanischen Strecke Nagoya – Okinawa die Frequenz von drei auf vier tägliche Flüge erhöht. Auch auf der Strecke Tokio/Narita - Honolulu wird die Kapazität durch den Wechsel auf einen größeren Flugzeugtyp erhöht. Die Frequenzen auf der Strecke Tokio/Narita – Schanghai werden ab Oktober von 21 auf 14 pro Woche reduziert, außerdem werden auf den Routen zwischen Tokio/Narita und Hongkong sowie Schanghai kleinere Flugzeugtypen eingesetzt. Auf dem innerjapanischen Streckennetz werden ferner die Frequenzen zahlreicher Verbindungen gekürzt und vereinzelt Strecken ganz eingestellt.

Im Geschäftsbereich Cargo wird die Einführung eines größeren Frachtflugzeugs aufgrund der aktuellen Nachfragesituation verschoben.

Kosteneinsparungen beim Personal

Bisher ist es nur bestimmten Abteilungen und Angestellten einzelner Tochterfirmen der ANA-Gruppe erlaubt, unbezahlten Urlaub zu nehmen. Dieses Angebot soll nun auf die gesamte ANA -Gruppe ausgeweitet werden, um Größe und Bandbreite des ANA-Betriebs an das aktuelle Umfeld anpassen zu können.

Die Bereiche Passagierdienste und Bodenabfertigung werden in einer ersten Maßnahme umstrukturiert. Ziel ist es, die bisherigen Tochterunternehmen und Abteilungen aufzulösen und die Angestellten direkt in die Gruppe zu integrieren.

Die Kosten, die durch Vertriebsmaßnahmen, Verträge mit Dritten und Outsourcing entstehen, sollen noch weiter gesenkt werden als dies bereits im aktuellen Einsparungsplan festgelegt war.

Einsparung allgemeiner Beschaffungskosten

Die allgemeinen Beschaffungskosten, die sich aktuell auf rund 220 Milliarden Yen (rund 1,6 Mrd Euro) belaufen, sollen systematisch reduziert werden. Die Maßnahmen hierzu gehen über die ursprünglichen Planungen für 2009 hinaus und beinhalten im Einzelnen folgende Punkte:

  • Rationalisierung des Beschaffungswesens
  • Verstärkte Eingangskontrolle aller beschafften Güter und Dienstleistungen
  • Überprüfung der entsprechenden Prozesse
  • Überprüfung der internen Prozesse

Einführung kostenpflichtiger Dienstleistungen („Pay for Value“-Services)

Darüber hinaus kündigte ANA an, ihr Servicekonzept auf dem gesamten Streckennetz überarbeiten. Zukünftig werden mehr Serviceleistungen gegen Aufpreis angeboten. So wird ANA künftig ihren Economy-Passagieren kostenpflichtige zusätzliche Komponenten anbieten, die bisher Kunden der Premium- und Business-Class vorbehalten waren. Gegen Bezahlung können bestimmte Inhalte des ANA Mileage Clubs (AMC) in Anspruch genommen werden, und Bordverpflegung wird abwechslungs- sowie umfangreicher.

Zu den kostenpflichtigen Zusatzleistungen, die ab Oktober angeboten werden sollen, gehören beispielsweise Premium- oder Business-Class-Mahlzeiten für Economy-Class-Passagiere und Zutritt zu nationalen und internationalen Lounges.

Diese Angebote gelten zusätzlich zu dem kostenlosen Bordservice in den einzelnen Buchungsklassen. Serviceleistungen, die aufgrund des sich ändernden Kundenverhaltens oder aktueller Entwicklungen der Kommunikationstechnologien überflüssig werden, werden Schritt für Schritt. Ebenso werden zukünftig in der Economy-Class keine Zeitungen mehr angeboten.

Stand: 05.08.2009 - 4:46 PM Uhr

Quelle: ANA, airliners.de

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