Artikel vom 11.04.2011 0

Airlines kritisieren BBI-Entgeltordnung

«Ein Schritt in die falsche Richtung»

Die Entgeltordnung für den neuen Hauptstadtflughafen BBI hat heftige Kritik bei den Fluggesellschaften ausgelöst. Durch die Preissteigerung verliere der Standort Berlin-Brandenburg an Attraktivität, monierte beispielsweise Air Berlin.

Landung einer Ryanair-Maschine in Berlin-Schönefeld

Die in der vergangenen Woche genehmigte Entgeltordnung des künftigen Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg International (BBI) sorgt bei Fluggesellschaften für Unmut. Am neuen Airport sollen im Schnitt pro abfliegendem Passagier fünf Euro mehr fällig werden als derzeit an den Flughäfen Tegel und Schönefeld.

Nach der Lufthansa hat auch Air Berlin die höheren Gebühren kritisiert. «Preissteigerungen lassen den Standort Berlin Brandenburg an Attraktivität verlieren», teilte die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft mit. Der Großflughafen profitiere vom wachsenden Luftverkehr, «und es sollten dort alle Effizienzpotenziale genutzt werden, anstatt stetig die Preise zu erhöhen».

Air Berlin kritisierte, mit der Anhebung der Grundentgelte sei man «nicht einverstanden und kann diese auch nicht nachvollziehen». Die designierte Oneworld-Airline plant am Flughafen Berlin Brandenburg, der im Juni 2012 mit einer Kapazität von 27 Millionen Reisenden öffnen soll, den Aufbau eines Drehkreuzes mit zahlreichen Umsteigeverbindungen.

Die Lufthansa sprach zuvor bereits von einem «Schritt in die falsche Richtung». Die Regelung verteuere den im internationalen Wettbewerb stehenden Luftfahrtstandort erheblich, der wie kaum ein zweiter auf Wachstum angewiesen sei und dabei großen Nachholbedarf habe. «Sie erschwert die Wachstumspläne der Fluggesellschaften in Berlin und stellt damit den erhofften Zuwachs an Arbeitsplätzen und die Rolle des neuen Airports als Jobmaschine infrage», hatte ein Sprecher gesagt.

Auch die Billigfluggesellschaft Ryanair hat bereits Kritik geübt. So fühlte sich Airline-Chef Michael O’Leary übermäßig zur Kasse gebeten, da künftig alle Fluggesellschaften den gleichen Flughafen ansteuern würden, berichtete die „Financial Times Deutschland“.

Die Fluggesellschaften-Vereinigung BARIG hat die Gebühren am künftigen Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) als zu hoch kritisiert. Generalsekretär Martin Gaebges bezeichnete die Gespräche mit dem Flughafenbetreiber in einem airliners.de-Gastbeitrag als «Farce». Er kündigte an, BARIG wolle unverzüglich mit dem BBI-Betreiber und auch dem zuständigen Brandenburger Infrastrukturministerium weiter verhandeln, um niedrigere Gebühren durchzusetzen.

Die Flughafengesellschaft hatte die neue Entgeltordnung als «vernünftigen Kompromiss» verteidigt. Maßgabe sei von vornherein gewesen, dass der 2,5 Milliarden Euro teure Flughafen kein Subventionsempfänger werden dürfe. Das künftige Preisniveau liege unter dem der großen deutschen Umsteigeflughäfen. Mit günstigeren Sätzen belohnt werden sollen Maschinen, die nur kurz am Platz stehen, eine hohe Auslastung haben. Zudem vergüstige der Flughafen Langstrecken- und Umsteigeverbindungen.  

Link: Aktuelle Entgeltordnung des Flughafens Berlin-Schönefeld

Link: Aktuelle Entgeltordnung des Flughafens Berlin-Tegel

Link: Entgeltordnung für den künftigen Hauptstadtflughafen BBI

Stand: 11.04.2011 - 3:48 PM Uhr

Quelle: dpa, dapd, airliners.de

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