Artikel vom 02.09.2011 0

Air Berlin prüft Geschäftsmodell

Stellenabbau möglich

Seit Donnerstag leitet Hartmut Mehdorn die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin. In einem Brief an die Mitarbeiter hat er angekündigt, die kriselnde Airline umfassend umzubauen. Dabei schließt er auch einen Stellenabbau nicht aus.

Airbus A330-200 der Air Berlin in Düsseldorf - © © AirTeamImages.com - Jorgen Syversen

Airbus A330-200 der Air Berlin in Düsseldorf

Der neue Vorstandschef von Air Berlin, Hartmut Mehdorn, schließt einen Stellenabbau bei der Sanierung des Unternehmens nicht aus. In einem Schreiben an die 9.000 Mitarbeiter, aus dem die «Financial Times Deutschland» am Freitag zitierte, versicherte er, dabei «mit besonderer Sorgfalt und hoher Verantwortung» vorzugehen. Der «Tagesspiegel» (Samstagausgabe) berichtete unter Berufung auf eine Videobotschaft des Ex-Bahnchefs, Mehdorn gehe davon aus, dass er mindestens anderthalb Jahre Interims-Vorstandschef bleibe.

Air Berlin bestätigte die Existenz des Schreibens auf dapd-Anfrage und erklärte, Stellenabbau müsse nicht unbedingt heißen, dass Mitarbeiter Air Berlin verlassen müssten. Vieles sei sicherlich über Fluktuation zu regeln, sagte eine Sprecherin.

Sie erinnerte an das Sparprogramm, das Air Berlin vor zwei Wochen vorgestellt hatte. Unter anderem sollen acht Flugzeuge verkauft und mehrere Strecken eingestellt werden, unter anderem Frankfurt - Hamburg. «Dabei betrifft die Umstrukturierung etwa Flugbegleiter», sagte die Sprecherin. Viele Wettbewerber der Air Berlin, darunter die Lufthansa, suchen zurzeit Flugbegleiter.

In der Videobotschaft, aus deren Abschrift der «Tagesspiegel» zitierte, sagte Mehdorn, sein Verbleiben an der Spitze hänge davon ab, wie es gelinge, einen endgültigen Nachfolger zu finden. Mehdorn will offenbar am bisherigen Geschäftsmodell von Air Berlin festhalten.

Air Berlin gilt als Hybrid-Fluggesellschaft, da sie Elemente einer klassischen Airline und von Billigfliegern vereint. «Hybrid ist zwar ein Wort, das ich nicht sehr schön finde», sagte Mehdorn. «Aber ich habe bisher nichts erkennen können, was uns von dem bisherigen Geschäftsmodell abbringen sollte. Ich glaube, wir sind gut aufgestellt.»

Stand: 02.09.2011 - 5:12 PM Uhr

Quelle: dapd

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