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Artikel vom 08.10.2009

Deutsche Airlines hoffen auf politische Rückendeckung

Ralf Teckentrup als BDF-Präsident wiedergewählt

Ralf Teckentrup ist am Donnerstag in Berlin von der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der Deutschen Fluggesellschaften als Verbandspräsident wiedergewählt worden. Im airliners.de-Interview erörtert der Condor-Chef seine Erwartungen an die Politik und spricht sich dabei auch gegen weitere Belastungen für die Luftfahrt aus.

Ralf Teckentrup - © © BDF -

Ralf Teckentrup

Der Condor-Chef und Thomas-Cook-Vorstand Ralf Teckentrup wird dem Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften e.V. (BDF) für weitere zwei Jahre als Präsident vorstehen. "Ich möchte im Dialog mit der Politik aber auch mit unseren Partnern aus Wirtschaft und Touristik dafür Sorge tragen, dass diese Leistungsfähigkeit so erhalten bleiben kann und weiter verbessert wird", fasst Teckentrup im Interview mit airliners.de die Ziele für seine zweite Amtszeit zusammen.

Als Verbandspräsident will der 51-Jährige dabei weiter für eine stärkere Kooperation der Systempartner im Luftverkehr eintreten und machte die Themen Infrastrukturausbau, Liberalisierung und Verbesserung der Produktionsbedingungen für die deutschen Fluggesellschaften zum inhaltlichen Schwerpunkt.

"Bei der Bildung der neuen Regierung hoffen wir dabei insbesondere im Wirtschafts- und im Verkehrsressort auf Minister, die sich der Sorgen unserer Branche annehmen", formuliert Teckentrup seine Erwartung auf politische Rückendeckung durch die neue Bundesregierung. Naturgemäß dränge sich bei einer konservativ-liberalen Regierung die Hoffnung auf, dass "das Verständnis für die Wirtschaftsprozesse nun stärker ausgebildet" sei als unter einer anderen Regierung.

Insgesamt sei der Luftverkehr für die deutsche Volkswirtschaft ein bedeutender Standortfaktor, den es zu stärken gelte. Die Unternehmen hätten mit sehr ehrgeizigen Kostensenkungsprogrammen und Kapazitätsanpassungen auf die derzeitig Krise reagiert, wobei die Beschäftigten bislang weitgehend geschützt werden konnten.

"Von der Politik erwarten wir jetzt, dass die Produktions- und Betriebsbedingungen für die deutschen Fluggesellschaften verbessert und die stetig steigende Kostenspirale aus Flughafenentgelten, Luftsicherheits- und Flugsicherungsgebühren gestoppt wird", so Teckentrup weiter.

Außerdem äußerte sich der BDF-Präsident auf die neuen Vorwürfe der Deutschen Bahn zu einer angeblichen Ungleichbehandlung gegenüber anderer Verkehrsträger: "Es gibt keine finanzielle Benachteiligung der Schiene gegenüber der Luftfahrt." Die Bahn erhalte Jahr für Jahr 10 Milliarden Euro vom Staat für ihre Infrastruktur und ihre Betriebskosten. "Der Luftverkehr zahlt hingegen seine Infrastrukturkosten vollständig selbst – immerhin drei Milliarden Euro jährlich."

Der BDF vertritt die Interessen der deutschen Linien-, Charter- und Low Cost-Carrier gegenüber Wirtschaft und Politik. Die Verbandsmitglieder befördern jährlich mehr als 120 Millionen Passagiere und erwirtschaften jährlich einen Umsatz von rund 27 Milliarden Euro. In Summe beschäftigen die BDF-Fluggesellschaften 120.000 Mitarbeiter.

Stand: 08.10.2009 - 5:12 PM Uhr

Quelle: airliners.de

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