Malaysia veröffentlicht MH370-Satellitenkommunikation

27.05.2014 - 11:50 0 Kommentare

Die malaysischen Behörden haben Rohdaten zur Satellitenkommunikation von Flug MH370 veröffentlicht. In dem PDF-Dokument sind die Logdaten zwischen Inmarsat-Satelliten und dem Flugzeug aufgelistet.

Ausschnitt der Inmarsat-MH370-Satelliten-Logdaten - © © MOT/Mosti -

Ausschnitt der Inmarsat-MH370-Satelliten-Logdaten © MOT/Mosti

Malaysia hat die Satelliten-Logdaten zur Datenkommunikation veröffentlicht, die zwischen der verschollenen Malaysia-Airlines-Boeing und den Inmarsat-Stationen ausgetauscht wurde. Auf insgesamt 47 Seiten werden die Signale zeilenweise aufgeführt. Demnach gab es zwischen 16:00 und 17:07 Uhr UTC regen Datenverkehr. Auch nach den letzten normalen Transmissionen kam es zu zahlreichen Verbindungssignalen mit Handshake- und Logon-Requests, die zum Teil von der Bodenstation und zum Teil vom Flugzeug ausgingen. Um 00:19 Uhr gab es das letzte Signal vom Flugzeug. (zum PDF-Dokument)

Die Logdaten der Satellitenkommunikation enthalten Angaben zu Uhrzeiten, genutzten Übermittlungskanälen, Impuls-Laufzeiten und anderen Satellitendaten. Sie enthalten aber keine Positionsangaben. Das Inmarsat-System ist nämlich nur zur Datenkommunikation ausgelegt und peilt immer nur einen Satelliten an. Daher kommen als Positionen der jeweiligen Aussendungen auch immer eine komplette Kreisbahn um den geostationären Satelliten "Inmarsat 3" in Frage.

Aufgrund der Reichweite des Flugzeugs und der maximalen Geschwindigkeit kann der westliche Halbkreis um die Satellitenposition per se ausgeschlossen werden. Die Behörden hatten daher auf Basis des letzten Satelliten-Pings zunächst sowohl ein nördliches als auch ein südliches Suchgebiet ausgewiesen. Inmarsat-Experten hatten dann die südliche Route als wahrscheinlichere Flugrichtung ermittelt und sich dabei auf den Doppler-Effekt berufen.

Ekko, Public Domain, Lesen Sie auch: Doppler-Effekt beweist südlichen Flugkurs von Malaysia-Airlines-Boeing

Jetzt können neue Theorien entwickelt werden

Die jetzt veröffentlichten Daten könnten dabei helfen, neue Theorien über den Flugverlauf zu entwickeln. Bereits vor der bislang ergebnislosen Suche im südlichen Pazifik vor Australien waren Zweifel an der Theorie des Südkurses der Maschine aufgekommen.

Auch viele Angehörige beobachten die malaysischen Ermittlungen kritisch und fordern seit Wochen eine unabhängige Untersuchung der Daten. «Endlich, wir hoffen, dass es benutzt werden kann, um mal unorthodox zu denken und positive Ergebnisse zu bringen», schrieben Familienmitglieder nun auf der Facebook-Webseite «MH370 Families».

Das Flugzeug der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord ist seit dem 8. März spurlos verschwunden. Es stürzte wahrscheinlich im Indischen Ozean ab. Alle Artikel finden Sie auf der airliners.de Themenseite zu Flug MH370.

Von: airliners.de mit dpa
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