Malaysia-Airlines-Boeing war noch fast sieben Stunden in der Luft

15.03.2014 - 10:05 0 Kommentare

Die verschollene Malaysia-Airlines-Boeing ist nach ihrem Verschwinden noch stundenlang geflogen. Das bestätigte jetzt Malaysias Präsident Najib Razak. Aus den letzten Satelliten-Pings ergeben sich zwei Suchregionen.

Der malaiische Premierminister Haji Mohammad Najib bin Tun Haji Abdul Razak besucht den MH-370 Krisenstab.

Der malaiische Premierminister Haji Mohammad Najib bin Tun Haji Abdul Razak besucht den MH-370 Krisenstab.
© MOT

Sollte Inmarsat 3 Kontakt zum Flugzeug gehabt haben, ergibg sich dieser Radius entsprechend der Beschreibungen der Ermittlungsbehörden.

Sollte Inmarsat 3 Kontakt zum Flugzeug gehabt haben, ergibg sich dieser Radius entsprechend der Beschreibungen der Ermittlungsbehörden.
© Google Maps Engine - airliners.de

Inmarsat 3 Satellitenabdeckung

Inmarsat 3 Satellitenabdeckung
© Inmarsat

Die Flugbahn laut Primnärradar des malaysischen Militärs.

Die Flugbahn laut Primnärradar des malaysischen Militärs.
SkyVector - airliners.de

Die seit einer Woche in Südostasien vermisste Passagiermaschine ist nach Überzeugung der Ermittler von ihrem Kurs abgewichen und nach Nordwesten geflogen. Das berichtete der malaysische Ministerpräsident Najib Razak am Samstag in Kuala Lumpur. Die Kommunikationssysteme seien höchstwahrscheinlich absichtlich abgeschaltet worden.

Die neuen Erkenntnisse ergeben sich aus Daten, die das Flugzeug auch nach dem Verschwinden vom Radar ausgesandt hat. Das Krisenzentrum in Sepang, in dem Mitarbeiter der malaysischen Behörden und Ministerien, der amerikanischen FAA und NTSB sowie der britischen AAIB zusammenarbeiten, hätte die entsprechenden Daten nun ausgewertet und verifiziert.

Razak sagte, aus den aufgezeichneten Satellitensignalen allein könnte nicht auf eine genaue Position des Flugzeugs geschlossen werden. Der letzte ausgesandte Ping sei am vergangenen Samstag um 8:11 Uhr malaysiascher Zeit aufgezeichnet worden. Der letzte bestätigte Radarkontakt über dem Golf von Thailand vor dem Verschwinden war um 1:22 Uhr. Das bedeutet, dass das Flugzeug nach der Entführung noch fast sieben Stunden geflogen ist.

Zwei neue Suchregionen entsprechend des letzten Satelliten-Pings

Es ergeben sich nach Angaben der Ermittler zwei mögliche Regionen, die für den Verbleib des Flugzeuges in Frage kommen: Die eine liege im Norden in der Region zwischen Kasachstan/Turkmenistan und dem nördliches Thailand. Als letzte Position des Flugzeugs käme zudem auch die Region zwischen Indonesien und dem südlichen Indischen Ozean in Frage.

Dieser Beschreibung nach kommt nur Inmarsat 3 als Kontaktsatellit in Frage. Die britische Satellitenfirma hatte gestern bestätigt, Signale des verschollenen Flugzeugs empfangen zu haben. Inmarsat 3 steht geostationär über dem indischen Ozean. Der eingezeichnete Radius illustriert die möglichen Positionen des letzten vom Flugzeug ausgesendeten Pings:

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Hinweis: Illustration Satelliten-Range: airliners.de

Kommunikationsgeräte nacheinander ausgeschaltet

Die Pressekonferenz bringt auch Neuigkeiten zu den Minuten vor und nach dem letzten Radarkontakt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sei das Aircraft Communications Addressing and Reporting System (ACARS) des Flugzeuges ausgeschaltet worden, als es sich ungefähr auf Hohe der östlichen Küste der Malaysischen Halbinsel befand. Als das Flugzeug dann später die Grenze zwischen malaysischem und vietnamesischem Luftraum erreichte, wurden auch die Transponder augeschaltet.

Aus militärischen Primärradardaten ergebe sich, dass das Flugzeug seinen Kurs nach dem Ausschalten der Transponder nach Westen geändert hat und Richtung Indischer Ozean geflogen sei. Die entsprechende Primärradarspur ist nun offiziell der Maschine zugeordnet, nachdem die Satellitenkommunikation des Flugzeugs ebenfalls den entsprechenden Weg verifiziert.

Auch nach den neuen Informationen warnte Präsident Razak allerdings davor, nur der Entführungstheorie zu folgen. Die Ermittler würden alle Möglichkeiten in Betracht ziehen. Dennoch würden sich die Ermittlungen nun erneut auf die Insassen des Flugzeugs fokussieren. Die Suche im Südchinesischen Meer und im Golf von Thailand wird eingestellt, so Razak. Man habe Kontakt mit allen Ländern aufgenommen, die von den neuen Suchgebieten betroffen seien.

Razak las nur eine Erklärung vor und beantwortete keine Fragen. «Die Suche nach MH370 ist eindeutig in eine neue Phase eingetreten», sagte der Regierungschef. «Wir hoffen, dass uns diese neuen Informationen dem Auffinden des Flugzeugs einen Schritt näher bringen werden.»

Die Hinweise auf einen entsprechenden Verlauf der Dinge hatten sich in den letzten Tagen immer mehr verdichtet. Das Suchgebiet wurde bereits in den Indischen Ozean verlegt.

Die Äußerungen von Ministerpräsident Najib Razak auf Twitter: https://twitter.com/NajibRazak

Von: airliners.de mit dpa, AFP
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