Malaysia-777 soll noch stundenlang Daten gesendet haben

13.03.2014 - 13:25 0 Kommentare

Einem Bericht des «Wall Street Journals» nach hat die Malaysia-Boeing noch vier Stunden nach dem Verschwinden Daten zum Triebwerkshersteller gefunkt. Geheimdienste gehen von einer Entführung aus.

Eine Boeing 777-200 der Malaysia Airlines

Eine Boeing 777-200 der Malaysia Airlines
© AirTeamImages.com - Bailey

Rolls-Royce "Trent"-Triebwerk an einer Boeing 777.

Rolls-Royce "Trent"-Triebwerk an einer Boeing 777.
© AirTeamImages.com - Pawarin Prapukdee

Das in Südostasien verschwundene Flugzeug der Malaysia Airlines könnte nach einem Bericht des «Wall Street Journal» nach dem letzten bekannten Funkkontakt noch vier Stunden weitergeflogen geflogen sein.

Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf zwei Experten, die mit den Details der Untersuchungen bei Luftfahrt- und Geheimdiensten vertraut seien sollen. Den Angaben nach sollen die zwei Rolls-Royce Trent-800-Triebwerke der Boeing 777-200 nach dem Verschwinden vom Radar noch lange automatisch Daten gefunkt haben.

Malaysias Transportminister hat den Pressebericht allerdings zwischenzeitlich zurückgewiesen. Vertreter des Flugzeugbauers sowie des Triebwerkherstellers, die in Kuala Lumpur bei den Ermittlungen helfen, hätten diese Angaben nicht bestätigt. «Sowohl was Boeing, als auch was Rolls Royce angeht, sind diese Berichte unzutreffend», sagte Minister Hishammuddin Hussein. Das letzte Signal, das die Unternehmen von der Boeing 777-200 aufgefangen hätten, stamme von 01.07 Uhr (Ortszeit) am vergangenen Samstag. Bislang hieß es auch von Airline-Seite, es seien nach dem Verschwinden keine Daten des Flugzeugs per "Aircraft Communications Addressing and Reporting System" (ACARS) übermittelt worden.

Bis zu 2200 Meilen weiter geflogen

Dem Bericht zufolge hätten die Triebwerke allerdings noch vier Stunden nach dem Verschwinden Daten an Rolls-Royce geschickt. Die Daten werden routinemäßig im Rahmen eines Wartungs- und Monitoringprogramms an den Triebwerkshersteller gefunkt. Übermittelt werden über das "Aircraft Condition Monitoring System" (ACMS) neben Triebwerksdaten auch Parameter wie Geschwindigkeit und Flughöhe. Trasferiert werden die Daten über das ACARS.

Nun werde versucht, den Flugweg der Maschine aus den Daten zu ermitteln, so die Zeitung. Den Angaben nach könnte das Flugzeug nach seinem Verschwinden vom Radar noch bis zu 2200 Meilen (rund 4100 Kilometer) weit geflogen sein. Nach Angaben von Malaysia Airlines hatte die Boeing sogar Treibstoff für mindestens acht Flugstunden getankt - dies sind zwei Stunden mehr als die benötigte Flugdauer bis nach Peking.

Das malaiische Militär hatte gestern nach langem hin und her ein Radarecho westlich von Malaysia bestätigt. Das Militär hat demnach 45 Minuten nach dem Verschwinden von Flug MH370 ein unidentifiziertes Flugzeug auf seinem Radar gesehen und bis 370 Kilometer nordwestlich der Insel Penang in Flightlevel 295 (29.500 Fuß, rund 10 Kilometer Höhe über Meer) über dem Andamanischen Meer verfolgt. Hier wird derzeit nach Wrackteilen gesucht.

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Ein Entführer könnte die Transponder der Boeing ausgeschaltet haben, mutmaßen den Aussagen nach nun die Geheimdienste. US-Terrorexperten schlössen die Theorie nicht aus, dass jemand ins Cockpit eindrang oder aber die Entführung von einem Mitglied der Cockpitcrew selbst durchgeführt wurde, um das Flugzeug auf einem einsamen Flugplatz zu landen und es zu einem späteren Zeitpunkt für einen Anschlag zu nutzen.

Die malaysische Polizei hatte gestern die Wohnungen der Piloten durchsucht. Nähere Erkenntnisse dazu gibt es nicht.

Die Malaysia Airlines-Maschine mit 239 Menschen an Bord verschwand am frühen Samstag eine Stunde nach dem Start zwischen Malaysia und Vietnam vom Radar und ist seitdem spurlos verschwunden. Jüngste Spur waren chinesische Satellitenbilder von Sonntag, die aber erst am Mittwoch veröffentlicht wurden. Darauf waren südlich von Vietnam große Objekte im Meer entdeckt worden, die angeblich Wrackteile der Maschine sein könnten. Später am Tag wurde klar, dass es sich dabei doch nicht um Flugzeugtrümmer handelte.

Von: airliners.de mit dpa, AFP
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