airliners.de Magazin

Luftfahrt im Winter

Neben den Flugzeugen müssen im Winter auch die Flughafeneinrichtungen schnee- und eisfrei gehalten werden, um den Flugbetrieb sicher aufrecht erhalten zu können. Sobald der Wetterbericht eine kritische Situation vorhersagt, wird ein Heer von Kehr- und Enteisungsmaschinen bereitgestellt. Diese sorgen notfalls rund um die Uhr dafür, dass die Vorfelder, das Netz von Rollwegen und die Startbahnen unter optimalen Bedingungen betrieben werden können.

Schneefräse im Einsatz am Flughafen Frankfurt/Main, ©Lufthansa

Um der weißen Pracht Herr zu werden unterhält allein der Frankfurter Flughafen eine Flotte von Schneefräsen, Kehrblasgeräten und Enteisungsfahrzeugen im Wert von zirka 16 Millionen Euro. Im Dreischichtbetrieb sorgen über 300 Mitarbeiter auf rund 6,5 Millionen Quadratmetern (650 Hektar), für einen reibungsfreien Betrieb des Flughafens im Winter. Für das mechanische Säubern der Hauptbahnen benötigen sie in der Regel nur 30 Minuten. Neben der mechanischen Schneeräumung sorgen sogenannte Multi-Enteiser durch Aufsprühen von umweltverträglichen Propylenglykol, Formiat oder Essig-Acetat auf den Asphalt für einen rutschfreies und sicheres rollen. Wenn notwendig, kann zusätzlich zu den Enteisungsflüssigkeiten Sand gestreut werden. Normales Salz kann aufgrund der Korrosionsgefahr an den Flugzeugstrukturen nicht zum Tauen verwendet werden. Das entstehende Schmelzwasser wird von Rinnen entlang der Bahnen aufgefangen und von dort in Klärwerke weitergeleitet.

Umgebauter Saab 9000 beim Einsatz als Friction Tester, ©Lufthansa

Um eine objektive Aussage über den Griffigkeits-Zustand der Bahnen zu machen, werden sogenannte "Friction-Tester" eingesetzt. Hierbei handelt es sich in der Regel um umgebaute Serien PKWs denen am Heck ein zusätzliches Rad montiert wurde. In Messfahrten lässt sich damit der Reibwert für die überfahrenen Belege bestimmen und per Rechner erfassen. Auch außerhalb der Wintermonate kommt der "Friction-Tester" zum Einsatz, denn die Griffigkeit der Aufsetzzonen muss zweimal im Monat überprüft werden. Dazu wird ein Wasserfilm vor das Messrad gesprüht, der die Situation eines typischen Regenschauers simuliert. Sollten die ermittelten Reibungswerte bei diesen Testfahrten außerhab der vorgeschriebenen Toleranzen liegen, so muss der Gummiabrieb auf den betroffenen Bahnen entfernt werden.

Zurück zur Übersicht: Luftfahrt im Winter

#

Kolumne: Gefiederte Feinde.

Zur Spaethfolge (83)