Fullflight-Simulatoren
Die Proflight Simulator-Flotte:
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Dieser Traum ist gar nicht mal so abwegig und seine Erfüllung auch nicht so teuer wie man vielleicht glaubt. Die Firma ProFlight macht Erlebnisflüge in modernen Fullflight-Simulatoren für Jedermann möglich, indem sie Restkapazitäten aller Lufthansa Simulatoren vermarktet. Zur Verfügung stehen damit eine ganze Reihe interessanter Flugzeugtypen an verschiedenen Standorten (s. Kasten).
Flugvorbereitung
Wir waren um 23 Uhr mit Klaus Karstädt, einem pensionierten Lufthansa 737 First Officer und DC10 Flight Engeneer verabredet. Er sollte für diesen Abend unser Instructor für die 747-400 sein.
Nach den Formalitäten am Eingangsgebäude des Tor 21 in Frankfurt ging es auf das Areal der Lufthansa Hauptniederlassung. Auf dem Weg zum Hauptgebäude, in dem alle Flüge koordiniert werden (und auch der Vorstand beheimatet ist), erläuterte Klaus uns den Ablauf des insgesamt dreistündigen Paketes:
Hier können sich die Piloten vor dem Flug wichtige Daten wie z.B. das Wetter aus den Rechnern "ziehen".
Zuerst würden wir wie ein echter Kapitän durch die Räume der Flugvorbereitung gehen und uns die wichtigsten Punkte anschauen. Dieser Teil der Flugvorbereitung ist natürlich nur in Frankfurt möglich, denn nicht an allen Simulatorstandorten gibt es einen großen Dispatch. Danach geht es zu den Simulatoren und nach einem intensiven Briefing zum Flug in den Simulator. Dort werden wir eine volle Stunde "unsere" 747-400 fliegen und zum Abschluss beim Debriefing nochmals auf den Flug eingehen.
Gesagt - getan, im Eingangsbereich zum Lufthansa-Crewgebäude erzählte Klaus uns über den Arbeitstag eines Piloten, den Ablauf vor jedem Flug und natürlich ein paar Anekdoten aus seiner fliegerischen Karriere.
Dann ging es weiter vorbei an den Briefingkabinen zu den Computern, an denen der Dispatch abgewickelt wird. Hier erhalten die Crews u.a. Informationen über das Wetter und die zu fliegende Route. Verständlich und interessant wurden alle Aspekte anhand eines typischen Fluges von Frankfurt nach München erläutert und mit echten Ausdrucken veranschaulicht.
Im Briefing-Raum: Anhand einer 1:1 Instrumententafel erklärt uns der Instructor die 747.
Briefing
Nach den Flugvorbereitungen gingen wir weiter zum Simulatorgebäude. Dort hat jeder Simulator seinen eigenen Briefingraum und da die Simulatoren nach Möglichkeit rund um die Uhr ausgelastet werden, ist es nicht verwunderlich, dass wir sogar zu dieser späten Stunde noch Crews im Simulator antrafen.
Im Briefing-Raum angekommen, erläuterte Klaus uns sehr ausführlich alle wichtigen Systeme der B744. Auch die erfahrensten PC-Piloten können dabei so einiges dazu lernen. Angefangen von den Basics wie dem Einleiten einer Kurve bis hin zu komplexen Abläufen wurde alles verständlich und professionell erklärt. Auch unsere Detailfragen wie beispielsweise die Funktionsweise der Packt beantwortete Klaus fachmännisch und kompetent.
Das Gute an den Briefingräumen ist, dass alle Instrumente auf weißen Brettern im Maßstab von 1:1 abgebildet sind. So ist es auch für Laien später im Simulator einfacher, alle wichtigen Schalter und Anzeigen zu finden.
Untereinander haben wir dann noch besprochen, wer mit wem fliegt: Jeder der beiden Zweier-Teams sollte eine Landung und einen Start durchführen; die Stunde Flugzeit soll ja gut verplant sein. Dann ging es zu den Simulatoren...
Der Flug
Der Eingang zu den Simulatoren befindet sich eine Treppe höher. Dort angekommen mussten wir noch 3 Minuten warten, die uns aber vor Aufregung wie eine Ewigkeit vorkamen. Dann kam endlich eine echte 744 Crew aus dem Simulator und es wurde ernst.
Als erstes war Daniel dran, der auf dem linken Sitz Platz genommen hat. David setzte sich rechts ins Cockpit. Thomas und Fabian nahmen zuerst hinten auf den Jump-Seats Platz, von denen aus man übrigens nicht nur das Cockpit sondern auch den Instructor-Bereich sehr gut beobachten kann.
Wie wär's mal mit ein wenig Seitenwind? Im Simulator kein Problem: Zwei, drei Handgriffe des Instrucktors und schon geht's weiter.
Als Nicht-Pilot ist schon allein das Einsteigen in die Sitze ein Erlebnis: Die fahren elektrisch nach vorn und hinten und die Gurte sind auch gewöhnungsbedürftig. Das allein macht schon viel Spaß. Endlich sind wir festgeschnallt und eingerichtet. Vor, unter und über uns die mächtigen 744-Instrumentenpanels. Die Herrschaften vor uns müssen einen schweren Flug hinter sich haben... die Steuerhörner waren jedenfalls noch ziemlich feucht und die Sitze angenehm vorgewärmt. Es riecht nach Flugzeug! Doch wir sind ja noch blutige Anfänger und so wird unser Flug wohl von einer etwas einfacheren Natur...
Herr Karstädt setzte uns auf die RW 27L des Flughafen Frankfurt/Main, wir kümmerten uns um die Klappen, die man übrigens richtig einrasten muss, die Schublimits für den Start usw. Schnell vergisst man in der Hektik, dass man "nur" in einem Simulator sitzt. Schnell gaukelt einem die Außensicht, der Ton und die Bewegung des Simulators vor, man würde in der echten 744 sitzen.
Nachdem nun also alle Instrumente und Schalter in Take-Off Position waren, konnte es endlich richtig losgehen! Mit viel Gefühl schiebt Daniel die Schubhebel nach vorne... Mit leichter Verzögerung wird das Brummen der Triebwerke lauter... Daniel hält mit der anderen Hand den Steuerknüppel fest.... Langsam aber unaufhörlich drückt es uns in die Sitze: Wir Beschleunigen! Mit den Füßen auf den Ruderpedalen hält Daniel die Maschine auf der Bahn. 80!... Go!...
Konzentration im Flug... einfach genial, man vergisst, dass es "nur" ein Simulator ist.
VR war schnell erreicht und mit einem sanftem Zug am Steuerhorn hebt unser Jumbo in den Abendhimmel ab. Sobald man den Fahrwerkshebel betätigt, hört und spürt man ein leichtes Rumpeln, unsere Anzeigen bestätigen "Gear up" und mit immer weniger Klappen steigen wir in einer leichten Linkskurve schnell auf 7000 Fuß... Gar nicht mal so einfach, aber machbar.
Klaus meldet sich von hinten: "Gleich zum Landeanflug?" - Im Gehirn macht es "Zapp" und wir sind wieder im Simulator. Mist, man steigert sich schon rein... Aber egal. Der Simulator stoppt, vor der Cockpitscheibe leicht links versetzt erscheinen vor uns die Landebahnen von Frankfurt und wir bereiten uns auf einen ILS-Anflug vor.
Wie wär's mit etwas Seitenwind? Aber nicht zu viel. Im Simulator alles kein Problem. Klaus lässt die Simulation wieder anfahren und der Landeanflug kann beginnen: Fahrwerk raus... es surrt, holpert und die Räder sind draußen. Geschwindigkeit runter, etwas Klappen, der Localiser mahnt zur Linkskurve auf Runwayheading. Irgendwie fliegen wir alle viel zu rabiate Kurven, so dass es nicht einfach ist, die Richtung zu halten. Aber bald geht es und auch der Glideslope wurde, wenn auch eher schlecht als recht, bis zur Bahn hinuntergeflogen. Was soll's die Landung geht ja auch nach Sicht und unsere fast leere 744 braucht auch nicht die ganze Bahn zum Anhalten. Rumps! die Maschine setzt auf, Schubumkehr, die Pedale zum Bremsen nach vorne drücken und hoffen, dass uns der Gurt hält - Was für ein Gefühl!
Da steht er: "unsere" 747-400. Schade, dass es schon vorbei ist...
Debriefing
Warum vergeht die Zeit eigentlich immer wenn es gerade am schönsten ist viel zu schnell? Die Stunde im Simulator war für uns alle sicherlich mit das aufregendste Erlebnis überhaupt. Jeder konnte einmal starten und landen. Einfach super!
Nachdem wir den Simulator gleich wieder an die nächste Crew abgegeben haben, ging es zurück in den Briefingraum zum Debriefing. In der Nachbesprechung erklärt Klaus uns nochmals, warum manches nicht so geklappt hat, was gut war und worauf man noch Achten könnte.
Eine kleine Erinnerung gab es natürlich auch noch: Ein Zertifikat mit Foto aus dem Simulator und ein ProFlight-Pin!
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