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Flieger des zwanzigsten Jahrhunderts

Amelia EarhartAmelia Earhart
(* 1897 † 1937)

Das Fliegen wurde Amelia Earhart nicht "in die Wiege" gelegt. Es war eher der Zufall, der sie mit 23 Jahren zum ersten Mal in einem Flugzeug Platz nehmen ließ: 1920 ging sie zusammen mit ihrem Vater zu einer Luftfahrtshow in Long Beach. Amelia war bereits vom Fliegen begeistert und als sie im offenen Cockpit einer Rundflugmaschine zu einem zehnminütigen Flug über Los Angeles abhob, wüßte sie, dass sie fliegen lernen wollte.

Pilot - Ein Beruf, der damals zwar nicht unbedingt mehr etwas besonderes war, für eine Frau allerdings schon. Aber es gab sie, die fliegenden Frauen. Amelia fand dann mit Anita Snook sogar eine Fluglehrerin, bei der sie die ersten Flugstunden auf einer kanadischen "Canuck" nahm.

Als Mitglied im Boston Chapter of the National Aeronautic Assotiation vermarktete Amelia Earhart von 1925 an Kinner Flugzeuge und nutzte jede Möglichkeit, das Fliegen für Frauen zu promoten. Das ließ sie in etlichen Zeitungscolumnen als "Beste Pilotin Amerikas" erscheinen, einen Ruf, den Sie aber sogar selbst nicht für sich in Anspruch nahm.

Amelias Leben änderte sich schlagartig, als Sie einen Anruf bekam. Der New Yorker Verleger George Putnam suchte nach der ersten Frau, die über den Atlantik fliegen würde. Amelia willigte ein, obwohl sie auf diesem Flug lediglich als Passagier im Cockpit mitfliegen würde und schon hatten die Marketingstrategen für sie den Namen "Lady Lindy" erfunden, der an den Erfolg von Charles Lindbergh anknüpfen sollte.

Der Flug über den Atlantik in einer Fokker Trimotor wurde dann von Wilmer Schultz und Louis Gordon durchgeführt. Die Reise begann am 18. Juni 1928. Die Fokker landete anstatt in Irland in South Wales. Amelia wurde nicht müde, den Ruhm für den Flug den beiden Piloten zuzusprechen aber die Marketingmaschinerie Palmers machte Amelia in der Heimat zum Star.

Luftfahrt Anfang des Jahrhunderts: Eine Frau in einer Männerwelt.Luftfahrt Anfang des Jahrhunderts: Eine Frau in einer Männerwelt.

"The Girl", wie die Reporter sie nannten, wurde sogar vom Präsidenten empfangen und tourte von nun an durch die Staaten. Palmer behielt Amelia Earhart in den News und gelegentliche Highlights wie ein Atlantik-Pazific Überlandflug Amelias boten dafür genug Futter. Amelia wurde sogar von der späteren TWA eingestellt, um bei Frauen für das Fliegen zu werben und sie organisierte spezielle Flugtreffen für Frauen. Die "Ninety Nines", eine heute noch existierende Pilotinnenvereinigung, wurde von Amelia Earhart gegründet.

Nachdem sich ab 1930 einige Frauen vorbereiteten, alleine den Atlantik zu überfliegen, war Ameila in Zugzwang, wollte sie Ihre Rolle als "Best Women Pilot" aufrecht erhalten. Amelia hatte auch schon oft daran gedacht, ihren in ihren Augen zu unrecht erworbenen Titel mit einem echten Alleinflug zu bestätigen.

Am 20. Mai 1932, genau fünf Jahre nach Lindberghs Flug, machte sich Amelia Earhart von Harbour Grace auf Neufundland aus in einer modifizierten Lockheed Vega auf die Reise. Nur ein wenig vom Kurs abgekommen, landete sie in Ireland und machte so Ihren Traum wahr. Gleichzeitig gelang ihr mit diesem Flug ein Geschwindigkeitsrekord für die Atlantiküberquerung.

Ihr nächster Rekordflug brachte sie von Hawaii aus über Californien nach Washington DC. Bei einem Versuch, diese Trans-Pazifikroute zu fliegen hatten vorher zehn Piloten ihr Lebengelassen. Entsprechend euphorisch wurde sie 1935 gefeiert.

Von der Erfolgswelle im wahrsten Sinne des Wortes beflügelt, plante Earhart nun ihren größten Flug: Den Flug um die Welt. Als Fluggerät wurde eine Lockheed Electra 10E ausgesucht, als Navigator holte sich Earhart den PanAmerican Piloten Frederick Noonan mit an Bord.

Earhart mit ihrer Lockheed ElectraEarhart mit ihrer Lockheed Electra

Am 01. Juni 1937 hob die Electra in Miami ab. Die ersten Ziele waren San Juan und Puerto Rico. Danach ging es weiter über das nord-östliche Südamerika über den Atlantik nach Afrika und in das Rote Meer. Niemand war vorher nonstop über das Rote Meer nach Indien geflogen. Der Flug führe die Electra dann weiter über Bangkog nach Singapore und Port Darwin in Australien.

Der nächste Stop war Lae in Neu Guinea. Von hier aus sendete Amelia Ihren letzten Reisebericht an die Herald Tribune. Die Artikel finanzierten die Reise zum Teil. Um genau 00:00 GMT hob die Electra in Lae ab. An Bord war Sprit für ungefähr 20 Flugstunden, ob ein neuer Wetterbericht mit stärkeren Winden die Crew erreichte, ich bis heute nicht bekannt. Der letzte aufgefangene Funkspruch von Amelia Earhart war um 19:30 GMT. Das US-Coastguard Schiff Itasca überwachte den Flug und versuchte noch zwei Stunden, die Electra anzufunken, dann begann man mit der Suche.

President Roosevelt schickte neun Shiffe und 66 Flugzeuge zur Suche in die Region um Howland, wo man den Absturzort vermutete - aber ohne Ergebnis. Bis heute gibt es keinen Hinweis auf das Schicksal der Electra und den Tod von Amelia Earhart.

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Kolumne: Gefiederte Feinde.

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