Entwicklung der Passagier-Luftfahrt
Sowohl Airbus als auch Boeing entwickeln gegenwärtig gänzlich neue Flugzeuge, um der Nachfrage der Airlines nach modernen Alternativen für die zum Teil bereits seit vielen Dekaden immer nur weiterentwickelten Grundmuster zu befriedigen.
Airbus baut dabei seine Angebotspalette nach oben aus und hat mit der Airbus A380 erst kürzlich ein Flugzeug für sehr große Passagierkapazitäten auf den Markt gebracht. Boeing schlägt mit der Neuentwicklung der 787 "Dreamliner" im Vergleich zu Airbus einen anderen Weg ein und setzt verstärkt auf Maschinen mit größerer Reichweite. Während sich Airbus also mit der Entwicklung der A380 auf den Bau eines klassischen Großraumflugzeugs konzentriert, plant Boeing mit der 787 ein Langstreckenflugzeug für kleinere Kapazitäten.

Boeing 787 (links) und Airbus A380 (rechts), Fotos: Boeing, Airbus.
Grund dafür ist dabei die Annahme der Amerikaner, dass sich der Luftverkehr zu mehr Direktverbindungen entwickeln wird. Boeing vermutet, dass große Umsteigeflughäfen, an denen Großraumflugzeuge wie die A380 durch viele Zubringerflüge „gefüttert“ werden, mittelfristig eine weniger große Rolle bei Interkontinentalverbindungen spielen werden. Stattdessen gehen die Strategen bei Boeing davon aus, dass die Nachfrage zukünftig im Direktverkehr zwischen heutigen Sekundärflughäfen wie beispielsweise Hamburg – Detroit oder auch bei der Verbindung kleinerer Destinationen mit Großstädten wie beispielsweise Hamburg – Tokio, am stärksten wachsen wird.
Wenn die Airbus A380 zu Beginn des Jahres 2007 für „Singapore Airlines“ in den Liniendienst geht, wird sie das mit Abstand größte Verkehrsflugzeug der Welt sein. Damit entthront der europäische "Super-Jumbo" die Boeing 747 in vielerlei Hinsicht. Allein die Tragflächen sind mit 845 Quadratmetern um mehr als ein Drittel größer als bei der Boeing 747-400. Auch der Innenraum des gewaltigen Rumpfes der A380 ist bei weitem geräumiger, denn die Maschine verfügt über zwei durchgehende vollwertige Passagierdecks, die über zwei Treppen miteinander verbunden sind. In der Standardversion A380-800 finden bis zu 555 Passagiere Platz.
Erste Design-Illustration (oben) und entgültiges 787-Design (unten), Illustrationen: Boeing
Im gegensatz zum äußerlich wenig Eleganz ausstrehlenden Airbus A380 präsentierten die Amerikaner die Boeing 787 besonders in den ersten Entwürfen als sehr dynamisches Flugzeug. Geschwungene, fast organisch anmutende Linienführungen prägten die ersten veröffentlichten Zeichnungen. Weit nach oben geschwungene Flügelenden, dynamisch nach hinten gezogene Cockpitfenster ebenso wie eine rund und harmonisch geschwungene haifischartige Heckflosse zeigten schon auf den ersten Blick, dass die Boeing 787 eine neue Ära im Flugzeugbau einleiten soll. Auch wenn in den neuesten Entwürfen der Boeing 787 weniger von den zunächst vorgestellten runden Formen verblieben sind, erscheint die Neuentwicklung als ein weitaus dynamischeres und moderneres Flugzeug im Gegensatz zu den Modellen anderer Hersteller.
Das Interieur von Flugzeugen hat sich in den letzten Jahrzehnten kaum verändert. Es gab minimale Anpassung und Ergänzungen, um dem Wohl der Fluggäste nachzukommen. Standardisierte Ergänzungen umfassen heute im Unterhaltungspaket neben zahlreichen Radioprogrammen und „On-Board-TV“ auch einige Videospiele. Seit kurzer Zeit bieten diverse Fluglinien, in Kooperation mit Telekommunikationsdienstleistern, die Internetnutzung hoch über den Wolken an. Einen Quantensprung verspricht dagegen das Interieur der Neuentwicklungen von Airbus und Boeing.
Bar und Lounge-Bereich im Airbus A380, Foto: Airbus
Vor allem für die vollzahlenden und damit für die Airlines wichtigen Passagiere der Business- und First Class bietet der große Rumpfquerschnitt der Airbus A380 interessante Möglichkeiten für die Ausgestaltung des Kabinendesigns. Beginnend mit aufwändig gestalteten Lounges, Bars und vollausgestatteten Konferenzarealen, bietet das enorm große Platzangebot der A380 zusätzlich Raum für Rückzugmöglichkeiten wie etwa private Separées mit Schlafgelegenheiten. Die britische Fluggesellschaft „Virgin Atlantic“ kündigte bereits an ihre Airbus A380 Flotte mit umfangreichen Bar- und Loungeabteilen auszustatten, dennoch werden aber die Interieurs der meisten anderen Fluggesellschaften mit großer Wahrscheinlichkeit nicht so spektakulär ausfallen.
Lichtdesign in der Boeing 787, Foto: Boeing
Schon beim Betreten der Boeing 787 fällt die großzügige Raumgestaltung sofort ins Auge. Organisch-runde und fließende Formen bestimmen das Bild. Die Kabinendecke ist mit einem, dem Erdhimmel nachempfundenen Beleuchtungssystem ausgestattet. Mit reihenförmig angeordneten Leuchtdioden kann nachts ein Sternenhimmel simuliert werden. Die Flugbegleiter können mit Hilfe einer elektronischen Steuerung den Eindruck einer Tages- bzw. Nachtstimmung entstehen lassen. Farbe und Helligkeit sind dabei stufenlos veränderbar.
Ein neues Fluggefühl entsteht durch den Einsatz von 48 Zentimeter hohen und 28 Zentimeter breiten Fenstern. Gegenüber herkömmlichen „Flugzeugluken“ wurden die Ausmaße somit um 50% Prozent gesteigert. Die untere Fensterkante befindet sich auf der gleichen Höhe wie die herkömmlichen Fenster, jedoch ragt die neue ovalförmige Fensterkonstruktion viel weiter in die Höhe. Sie ermöglicht selbst größeren Passagieren einen bequemen Ausblick ohne Verrenkungen.
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