Entwicklung der Passagier-Luftfahrt
Concorde, Foto: Air France
Durch die fortschreitende Technisierung in der Herstellung von Verkehrsflugzeugen benötigte der Bau neuer Flugzeuge immer größere monetäre Ressourcen. Demzufolge nahm die Anzahl der Flugzeughersteller immer weiter ab. Besonders zwei Entwicklungen der späten sechziger Jahre zeigen den enormen Aufwand, der mittlerweile mit der Konzeption neuer Flugzeuge verbunden war: Zum einen baute ein britisch-französisches Konsortium den Überschalljet „Concorde“, zum anderen ebnete Boeing mit der Konstruktion des Großraumflugzeugs Boeing 747 den Weg für einen nie da gewesenen weltweiten Aufschwung der Luftfahrt.
Die elegante „Concorde“ hat bis heute nichts von ihrer Faszination verloren. Sie ermöglichte aufgrund ihres für Passagierflugzeuge unüblichen Deltaflügel Designs eine Überquerung des Atlantischen Ozeans mit zweifacher Überschallgeschwindigkeit in weniger als drei Stunden. Bis zur Ausmusterung der letzten Maschine 2003 erregte dieses außergewöhnliche Flugzeug Begeisterung, wo immer es aufsetzte. Die pfeilförmige Form der Überschallmaschine galt bis zum Schluss als Sinnbild für technischen Fortschritt, den Innbegriff des Jetsets und der Leistungsfähigkeit der Luftfahrtindustrie.
Boeing 747-100 beim Jungfernflug 1969, Foto: Boeing
Das Großraumflugzeug Boeing 747, liebevoll auch „Jumbo Jet“ genannt, wird bis heute in fast unveränderter äußerer Form hergestellt. Einzig das Oberdeck dehnte sich in neuen Versionen der 747 immer weiter über den Rumpf aus. Das vierstrahlige Flugzeug wurde zum Synonym für den Massenluftverkehr. Vor seiner Entwicklung gab es kein Zivil-flugzeug mit vergleichbaren Ausmaßen: 70 Meter lang, 19 Meter hoch und mit einer Spannweite von 60 Metern stellte die Boeing 747 bei ihrer Indienststellung 1969 alle bisherigen Passagierflugzeuge in den Schatten. Auf zwei Decks konnten in Reihen von zehn Sitzen bis zu 500 Passagiere transportiert werden.
Lockheed L-1011 „Tristar“, Foto: Lockheed
Während die Boeing 747 in immer neuen, verbesserten Versionen bis heute hergestellt wird, fliegen zwei andere Vertreter derselben Stilepoche nur noch selten im Passagiereinsatz. Die beiden Großraumflugzeuge Lockheed „Tristar“ und die Douglas DC 10 verfügen über drei Düsentriebwerke, wobei ein Triebwerk in der Heckflosse montiert ist. Diese wartungsintensive Anordnung der Triebwerke wurde später durch Fortschritte bei der Antriebsentwicklung überflüssig. Heutzutage können zweistrahlige Flugzeuge wirtschaftlicher eingesetzt werden.
Airbus A300 beim Jungfernflug 1972, Foto: Airbus
Im Jahre 1970 gründeten Frankreich und Deutschland das Airbus- Konsortium, um der amerikanischen Übermacht im Flugzeugbau entgegenzuwirken. In späteren Jahren traten auch Spanien und Großbritannien dem Konsortium bei. Die erste Airbus-Entwicklung war die A300, ein Großraumflugzeug für den Einsatz auf Mittelstrecken, deren Erstflug 1972 stattfand.
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