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Entwicklung der Passagier-Luftfahrt

De Havilland Comet 1, Foto: BOAC (1952)

Von den Turboprop Antrieben war es nur noch ein kleiner Schritt hin zu den Düsentriebwerken. Bereits 1949 fand der erste Flug der britischen De Havilland „Comet“ statt. Das noch weitestgehend im äußerlichen Stil der alten Kolbenmotor-Flugzeuge gebaute vierstrahlige Düsenflugzeug sollte einen Vorgeschmack darauf geben, wie die fortschreitende Technik immer mehr Einfluss auf das Design der Flugzeugentwicklungen nehmen sollte.

Nie zuvor erreichten Linienflugzeuge so hohe Geschwindigkeiten und nie zuvor flogen sie so hoch wie es die neuen Düsentriebwerke ermöglichten. Die Konstrukteure unterschätzten jedoch die starken Druckbelastungen auf den Flugzeugrumpf und mehrere „Comet“ Maschinen verunglückten aufgrund von Materialermüdung. Umfangreiche Analysen der Unfälle ergaben wichtige Erkenntnisse, die zum Teil bis in die Gegenwart Bestand haben. So bildeten sich Risse stets an den Ecken der bis dahin verwendeten rechteckigen Fenster und die aerodynamisch vorteilhafte Anbringung der Düsentriebwerke in den Tragflächen, nahe am Rumpf, erwies sich als problematisch.

Boeing 707, Foto: Boeing (1958)

Daher wurde der Ruhm, der durch das Düsentriebwerk eingeleiteten "goldenen Ära "des Luftverkehrs, vor allem zwei später eingeführten Flugzeugen zuteil: der Boeing 707 und der Douglas DC 8. Mit den beiden Maschinen begann Anfang der sechziger Jahre das Zeitalter der strahlgetriebenen Jetliner. Fast alle namhaften großen Airlines bestellten die neuen Langstreckenflugzeuge aus Amerika, um damit weltweit neue Verbindungen anbieten zu können. Es bestand für die Passagiere nun die Möglichkeit die Welt schneller, angenehmer und kostengünstiger zu bereisen als in der Vergangenheit.

Boeing 737-100, Foto: Boeing (1967)

Gleichzeitig entwickelten Boeing und Douglas, auf Basis der Erkenntnisse aus den „Comet“-Unfällen, Maschinen die schon bald die Ära der Propellerflugzeuge auch im Kurzstreckenbereich beenden sollten. Boeing konstruierte sowohl die dreistrahlige Boeing 727 als auch die zweistrahlige Boeing 737 auf Basis der Boeing 707. Douglas schickte die Douglas DC 9 in den Wettkampf um die Gunst der Airlines zur Erneuerung ihrer Kurzstreckenflotten.

Auch in Europa, vor allem in Großbritannien und Frankreich, wurden in den sechziger Jahren zahlreiche Düsenverkehrsflugzeuge entwickelt. Der „Viscount“ Entwickler Vickers aus Großbritannien baute als Nachfolger der „Comet“ die Vickers VC-10, ein vierstrahliges Langstrecken Düsenflugzeug mit T-Leitwerk. Zudem fertigten die Briten mit der British Aerospace BAC 1-11 ein zweistrahliges Flugzeug für den Einsatz auf Mittelstrecken. Die Franzosen konzentrierten sich ganz auf den Kurz - und Mittelstreckenbereich. Mit der „Caravelle“ stellte die französische Sud Aviation 1965 das von vielen bis heute als schönstes, aber dennoch im Vergleich zu den Flugzeugen der Konkurrenz aus Amerika wirtschaftlich weniger erfolgreiche, Düsenverkehrsflugzeugen her.

Sud Aviation Caravelle 3

Ebenso wie bei den zur selben Stilepoche zählenden Flugzeugen der amerikanischen Firma Convair (CV-880 und CV-990) verloren sich die Designelemente der europäischen Flugzeugbauer recht bald wieder. Dahingegen lebt vor allem das Boeingdesign der sechziger Jahre in immer neu aufgelegten Versionen, der auf dem Design der 707 basierenden Kurzstreckenmaschine Boeing 737, bis heute weiter. Aufgrund der hohen Entwicklungskosten ist nicht verwunderlich, dass Grundzüge der damals verwendeten Stilelemente bis heute den Flugzeugbau bestimmen.

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Kolumne: Gefiederte Feinde.

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