Artikel vom 16.09.2009 0
Orbis - die fliegende Augenklinik Eine DC-10 als Operationssaal
© ORBIS International (K. Wentz-Graff)
Tochter und Mutter nach einer Augen-OP in Phnom Penh
Die DC-10 mit der Aufschrift "Orbis" sieht von außen aus wie ein ganz gewöhnlicher Ferienflieger. Im Inneren zeigt sich das Flugzeug allerdings von einer anderen Seite. Es handelt sich um die weltweit einzige fliegende Augenklinik, die auch noch als Ausbildungsstätte für zukünftige Augenärzte dient. "Das Flugzeug ist das ganze Jahr über in Entwicklungsländern im Einsatz", so Krishani Ranaweera, Pressesprecherin der Non-Profit-Organisation Orbis UK.
Die Mission von Orbis sei die Behandlung von Augenkrankheiten und damit die Verhinderung von Blindheit, erklärt die Pressesprecherin. 90 Prozent der weltweit Blinden lebt in Entwicklungsländern. "Unser nächstes Ziel ist Jaipur in Indien. Dort wird die DC-10 zwei Wochen lang bleiben", so Ranaweera. Ein Ärzteteam wird operieren und lokale Mediziner in neue Erkenntnisse der Augenheilkunde einführen. Indien ist eines der Länder mit der weltweit höchsten Zahl an blinden Kindern.
Alle Aktionen seien mit den lokalen Gesundheitsministerien abgestimmt, erklärt die Pressesprecherin. In diesem Jahr war der OP-Jet bereits in Laos, in der Dominikanischen Republik, in Peru, Syrien und Kenia. Nach dem Einsatz in Indien folgt ein weiterer in Bangladesch.
An Bord des Flugzeughospitals können Erkrankungen wie grüner und grauer Star, Kinderblindheit, Hornhautblindheit, diabetische Netzhauterkrankung, Retinoblastom, retrolentale Fibroplasie, Trachom und Schielen behandelt werden. „Seit 1982 hat Orbis weltweit mehr als 6,8 Millionen. Menschen in 85 Ländern geholfen", so Ranaweera. Blindheit könne in sehr vielen Fällen verhindert bzw. behandelt werden, meint die Pressesprecherin. Es gehe primär darum, langfristige Lösungen zu finden.
Die Idee mit der fliegenden Klinik stamme vom texanischen Augenchirurgen David Paton vom Baylor College of Medicine. Paton hat während seiner Tätigkeit im Ausland in den 1970er Jahren immer wieder auf großes Interesse seitens nationaler Mediziner getroffen. In den meisten Fällen mangelte es an der Ausrüstung und am Fachwissen.
Das vollausgestattete Flugzeug - ein Geschenk von United Airlines - ist mit den modernsten medizinisch-technischen Geräten versehen. Zusätzliche Energieversorgungssysteme erlauben einen unabhängigen Betrieb von mehreren Wochen an jedem beliebigen Ort der Erde.
Die Crew besteht aus 21 Mitgliedern: Krankenpersonal wie Schwestern und Fachärzte, Techniker und United-Airlines-Piloten, die einen Freiwilligen Dienst versehen. Während eines Einsatzes steht das Personal täglich im Dienst.
An Bord der DC-10 mit der Registrierung N220AU befindet sich ein Hörsaal mit 48 Sitzplätzen, der mit einem Videosystem mit dem OP verbunden ist. Der Operationssaal liegt sich direkt über den Tragflächen. Im hinteren Teil des Flugzeuges sind Ruhe- und Aufwachräume untergebracht.
Bereits jetzt steht der Einsatzplan für 2010 fest. Das erste Ziel wird Nigeria sein, dann fliegt der Jet weiter nach Uganda, China, Kambodscha, Indonesien und nach Vietnam. Bis jetzt ist Orbis http://www.orbis.org, dessen Hauptsitz sich in New York befindet, in Europa nur in Großbritannien und Irland vertreten. "Wir würden gerne auch in anderen Ländern vertreten sein, denn unsere Mission ist noch lange nicht erfüllt", meint Ranaweera.
Weitere Informationen:
Stand: 16.09.2009 - 4:00 PM Uhr
Quelle: Wolfgang Weitlaner, pressetext
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