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Artikel vom 01.09.2009 0

In Frankfurt beginnt mit «A-Plus» die Zukunft Fertigstellung bis 2012

Mit dem Bau des neuen Flugsteigs A-Plus wird eine neue Ära am Frankfurter Flughafen eingeläutet. Neben einer Modernisierung des Abfertigungsbereichs werden auch größere Übergänge geschaffen, um künftig die neuen Großraumflugzeuge Airbus A380 und Boeing 747-8 abfertigen zu können. Der rund 500 Millionen Euro teure und 790 Meter lange Flugsteig wird nur von der Lufthansa genutzt. Bis zu sechs Millionen Passagiere werden dort pro Jahr erwartet.

Flugsteig A-Plus auf dem Frankfurter Flughafen - © © Lufthansa -

Flugsteig A-Plus auf dem Frankfurter Flughafen

Die schöne neue Welt des Luftverkehrs entsteht gerade am Frankfurter Flughafen. Mit einem Investitionsvolumen von rund einer halben Milliarde Euro ist der neue Flugsteig «A-Plus» am Terminal 1 zwar im Vergleich zur neuen Landebahn und dem dritten Terminal im Süden des größten deutschen Flughafens fast ein kleiner Fisch - er bietet aber allein die Passagierkapazität des gesamten Flughafens in Hannover. Rund 6 Millionen Passagiere sollen hier ab dem Sommerflugplan 2012 jährlich abgefertigt werden.

An dem neuen Finger des dienstältesten Terminals können künftig gleichzeitig sieben Großraumflugzeuge stehen. Vier der Positionen sind mit ihren drei Fahrgastbrücken auf den neuen Airbus A380 mit jeweils bis zu 750 Passagieren eingerichtet. Und wenn die Riesen gerade unterwegs sind, können bis zu elf kleinere Jets andocken. Bislang gibt es in Frankfurt acht Positionen zur Abfertigung des größten Passagierflugzeugs der Welt.

Der Fluggast soll lange verweilen

Die Lufthansa investiert ebenfalls mächtig in ihren zentralen Hub, an dem sie trotz des drohenden Nachtflugverbotes festhält. Allein fünf neue, natürlich noch luxuriösere Lounges sollen in dem neuen Flugsteig eingerichtet werden, zusätzlich zu den bereits vorhandenen zwölf Extra-Aufenthaltsräumen für besonders gut zahlende Kunden in den anderen Teilen des Mega-Flughafens.

Ohnehin sollen sich auch die ganz normalen Fluggäste möglichst lange am zentralen Marktplatz aufhalten und erst relativ kurzfristig zu den Gates laufen. Auf dem bis zu 790 Meter langen Weg können sie sich von besonders langen und schnellen Förderbändern tragen lassen.

Technische Neuerungen

Die Planer versprechen zahlreiche technische Neuerungen: So kann sich der Lufthansa-Kunde schon bald von seinem Handy durch die Hallen navigieren lassen, auf der Suche nach dem nächsten Geldautomaten, dem Duty-Free-Shop oder schlicht der Toilette. Die entsprechende Applikation für das Trend-Handy iPhone wird gerade getestet.

Großbaustelle Terminal A plus in Frankfurt, © dpa

«Ein Hub ist mehr als Gebäude und Infrastruktur. Zentral sind die Prozesse», sagt der Lufthansa-Manager Karl-Rudolf Rupprecht. Um die zahllosen Abläufe immer weiter zu optimieren, bedient sich die Kranich-Linie der japanischen Kaizen-Philosophie, die schon Toyota-Autos simpler und damit sicherer gemacht hat. Ein Erfolgsbeispiel ist eine Anlegekante auf den Lesegeräten für die Boarding-Karten: In der Vergangenheit war es immer wieder zu Verzögerungen gekommen, weil die schief aufgelegten Codes von den Geräten nicht richtig gelesen werden konnten.

Ohnehin ist der Fluggast der Zukunft ohne die Elektronik kaum noch denkbar. Er bucht sich den Flug im Internet, checkt dort oder am Automaten auch ein, wählt seinen Sitzplatz und gibt am Automaten auch sein größeres Gepäck selbst auf. Selbst an der EU-Außengrenze wird er in aller Regel keinem Menschen mehr begegnen: Auf A-Plus wird laut Bundespolizei sehr wahrscheinlich eine voll automatisierte Grenzkontrolle installiert. Ein erster Test läuft bereits seit dem 10. August in einem anderen Flughafenteil.

Die Passagiere legen ihre maschinenlesbaren Ausweise auf den Scanner und müssen sich dann von einer Video-Kamera das Gesicht biometrisch vermessen lassen. «Das geht mindestens so schnell wie jetzt», sagt der Bundespolizei- Projektleiter Manfred Kohnle. Mit der neuen Technik will der Bund drei von vier Kontrolleursstellen einsparen.

Stand: 01.09.2009 - 3:19 PM Uhr

Quelle: Christian Ebner, dpa

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