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Artikel vom 13.10.2011 0

Der Winter kann kommen Volle Lager, mehr Personal und Gerät

Die Flughäfen sehen sich in diesem Jahr ganz besonders für den diesjährigen Wintereinsatz gerüstet. Verspätungen wegen widriger Witterungsbedingung sind zwar nie ausgeschlossen - an fehlenden Enteisungsmitteln wie im letzten Jahr soll es aber nicht mehr liegen. Es gibt mehr Lagerkapazitäten, Personal und Gerät. Der Winter kann kommen.

EIne ATR schaut gerade noch über einen Schneeberg

Ende November 2010 brach in Deutschland der Winter ein - ungewohnt früh und ungewohnt heftig. Ab Dezember hatte eine lang anhaltende und niederschlagsreiche Winterwetterlage ganz Europa fest im Griff. Dies wirkte sich auch stark auf den europäischen Luftverkehr aus. Vielerorts kam es immer wieder zu Flugausfällen und Verspätungen. Hinzu kam ein europaweiter Engpass bei der Produktion und Lieferung von Flüssigkeiten für die Flugzeugenteisung.

Die Erfahrungen des letzten Winters haben nun zu umfangreichen Anpassungen im Winterdienst bei den deutschen Flughäfen geführt. So stehen mit Beginn des kommenden Winters mehrere Tausend Beschäftigte zur Verfügung, die eigens für die extremen Anforderungen eines strengen Winters geschult wurden.

Mit 900 Fahrzeugen insgesamt, bestehend u.a. aus Enteisungs- und Streufahrzeugen, Kehrblasgeräten oder Fräsen, sind so viele Winterdienstfahrzeuge wie noch nie an den Flughäfen im Einsatz. Deren Einsatzplanung, z.B. Techniken der Schneeräumung, werden ständig optimiert und weiterentwickelt, um die Schließzeiten der Start- und Landebahnen so kurz wie möglich zu halten.

Hierzu fand nach Angaben des Flughafenverbandes ADV in den zurückliegenden Monaten ein intensiver fachlicher Austausch zwischen den Winterdienstverantwortlichen statt. Resultat sind Best-Practice-Verfahren für die Räumung von Start-/Landebahnen und Rollwegen sowie für die Flächenenteisung.

Sehr viel problematischer als das schnelle Räumen von Rollwegen und Bahnen war allerdings im letzten Winter die Lage bei Enteisungsmitteln für Flugzeuge. Nachdem die Hersteller den kurzfristigen Bedarf der Flughäfen in ganz Europa in der letzten Saison nicht immer rechtzeitig decken konnten sichern die Spezialbetriebe nun zu, im Falle des Bedarfs zeitnah und in ausreichender Menge Enteisungsmittel zur Verfügung zu stellen.

Dennoch stocken die Flughäfen die Lagerkapazitäten erheblich auf. Gleichzeitig wurden die Logistikketten optimiert. Nun kämpft die Branche noch um eine Ausnahme von LKW-Fahrverboten für Enteisungslieferungen auf deutschen Autobahnen. Dann kann auch klirrende Kälte, tiefste Temperaturen und schwere Schneefälle die Verkehrsluftfahrt nicht mehr ganz in die Knie zwingen.

Luftfahrt im Winter

Der Verbrauch von Aircraft De-Icing Fluid (ADF) ist übrigens abhängig von Niederschlag, Temperatur und Wind. Beispielsweise muss bei trockener Kälte nicht automatisch enteist werden. Hingegen kann eine Enteisung sogar bei Tauwetter und Schneeregen unbedingt notwendig sein. Daher werden auch mehrere Typen von Enteisungsflüssigkeiten verwendet.

Mehr zum Winterdienst finden Sie, wenn Sie den folgenden Links folgen. Im Winterspecial blickt airliners.de hinter die Kulissen und klärt mit welchen Schwierigkeiten Flughafenbetreiber im Winter kämpfen und wie sie dennoch einen zuverlässigen und sichereren Flugbetrieb bei fast jedem Wetter gewährleisten.

Stand: 13.10.2011 - 3:40 PM Uhr

Quelle: airliners.de mit ADV, ddp, dpa

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