Artikel vom 26.10.2009 0
BBI-Countdown läuft Nur noch zwei Jahre zum Betriebsstart
© dpa
Flugzeug vor BBI-Baustelle
Rund ein Drittel des 1.470 Hektar großen Flughafengeländes ist seit drei Jahren eine riesige Baustelle. Doch nach langen Arbeiten auf und unter der Erde «wächst der Flughafen immer mehr aus dem Boden heraus», sagt Flughafensprecher Ralf Kunkel.
Startbahn, Rollwege und Vorfelder sind nach einer Übersicht der Bauleitung zu 68 Prozent fertig, die Straßenanbindungen zu 55 Prozent. Der Rohbau des Empfangsgebäudes soll im kommenden Frühjahr stehen. «Es gibt keine Zweifel, alles ist im Plan», sagt Kunkel auf die Frage, ob die Zeit bis Herbst 2011 reicht.
Andere Zweifel lassen sich nicht so leicht ausräumen. Das 2,5 Milliarden Euro teure Projekt wird nach Frankfurt und München der drittgrößte deutsche Flughafen sein. Aber wird er auch wachsen können? Bei Fernreisen steht der BBI auch in Konkurrenz mit europäischen Drehkreuzen.
Für Berlin dürfte es ohne größere Drehkreuzfunktion allerdings ohnehin nicht leicht sein, attraktive Langstreckenverbindungen zu gewinnen. Aber gerade neue Flüge zu den Wachstumsmärkten in Osteuropa und Asien gehören zur Strategie von Flughafenchef Reinhard Schwarz. Er will den BBI als Tor zu diesen Märkten positionieren.
Es wird auch darauf ankommen, wie schnell sich der Luftverkehr von der Wirtschaftskrise erholt. Tegel und Schönefeld bewiesen in der Flaute relative Stärke, verloren in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 3,2 Prozent der Passagiere, deutschlandweit betrug das Minus 6,2 Prozent. Fürs Gesamtjahr erwarten die Berliner Flughäfen rund 21 Millionen Fluggäste, das wären 400.000 weniger als 2008.
Sollte der Flugverkehr wieder an alte Wachstumsraten anknüpfen, dann hat der BBI einen Trumpf in der Hand: Er ist nach der jüngste Entscheidung der Planfeststellungsbehörde «der einzige Flughafenstandort in Deutschland, der rechtlich abgesichert signalisieren kann, dass er seine Kapazität verdoppeln wird», wie Schwarz es formuliert. Anfangs für bis zu 27 Millionen Passagiere jährlich ausgelegt, könnten es einmal 45 Millionen sein.
Das brandenburgische Infrastrukturministerium hatte Ende Oktober seinen Planergänzungsbeschluss zur Nachtflugregelung am BBI vorgelegt. Demnach dürfen zukünftig keine Flüge zwischen 0 und 5 Uhr, in Randzeiten jedoch bis zu 103 Flüge stattfinden. Langfristig ist das ein Hemmschuh für weiteres Wachstum, kurz- und mittelfristig könnten die Airlines damit aber sicher gut leben.
Auf der BBI-Baustelle beginnt nun langsam die ganz heiße Phase. Im Mai 2011 sind 50 bis 60 Testtage geplant, an denen alle Abläufe im Flughafen ausprobiert und abgestimmt werden, von der Flugüberwachung bis zur Gepäckbeförderung. Dann wird auch der Tower in Betrieb gehen. Läuft weiterhin alles nach Plan, wird am 29. Oktober 2011 am Flughafen Tegel das Licht ausgemacht, ebenso im alten Gebäude in Schönefeld. Am nächsten Morgen, es wird ein Sonntag sein, gehen die Lichter wieder an - im neuen Terminal des BBI.
Link: BBI-Sonderseiten der Berliner Flughäfen
Webcam: Kamera auf dem BBI-Infotower
Stand: 26.10.2009 - 1:37 PM Uhr
Quelle: dpa, airliners.de
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