Artikel vom 27.04.2009
Air Berlin: 30 Jahre Luftfahrtgeschichte Jubiläum in turbulenter Zeit
- Air Berlin und JAL starten einseitiges Codesharing
- Air Berlin stockt Abu-Dhabi-Flüge auf
- Air Berlin mit Passagierminus im Januar
„Wir begrüßen Sie an Bord Ihres Air Berlin-Fluges nach Palma de Mallorca“. Mit einem Lächeln hießen die Flugbegleiterinnen am 28. April 1979 morgens die 178 Passagiere an Bord einer Boeing 707 willkommen. Sechs Tage zuvor hatte der amerikanische Pilot Kim Lundgren die Zulassungsurkunde des amerikanischen Luftfahrt-Bundesamtes FAA für die „Air Berlin Inc.“ erhalten.
|
Air-Berlin-Chronik
70er Jahre: Zahlreiche neue Boeing 737-400 wurden neben der Basis Berlin auch in Nürnberg, Münster/Osnabrück und Paderborn/Lippstadt stationiert. Im April 1998 lief eines der erfolgreichsten Projekte der Air Berlin an: Der Liniendienst-Shuttledienst nach Mallorca beginnt von etlichen deutschen Flughäfen - mit der neuen Boeing 737-800. Es folgen 2004 eine Kooperation mit Niki, 2005 ein Vertrag mit Germania und 2005 der erste Airbus A320. Der Börsengang brachte dann 2006 Kapital für weitere Expasionen: Im August 2006 kaufte Air Berlin die dba. Im März 2007 folgte die LTU sowie die schweizer Belair unter das Dach der Air Berlin-Gruppe. Aus einer geplanten Übernahme der Condor wird 2007 allerdings nichts. Dafür folgt eine Kooperation mit LGW und zum Ende des Jahres eine neue Corporate Identity für die gesamte Airline-Gruppe. Mit der Finanzkrise tritt Air Berlin erste einmal auf die Bremse. Statt einer Übernahme besiegelten Air Berlin und TUIfly daher Ende März 2009 erste einmal eine langfristig ausgerichtete strategische Allianz. |
Den Jahrestag des Erstflugs am 28. April 1979 begeht der 59-Jährige Hunold am Dienstag gleich an zwei Schauplätzen: Vormittags bei der Eröffnung eines Hangars am Flughafen Düsseldorf, der seit dem Kauf des Ferienfliegers LTU eine wichtige Air Berlin-Basis ist. Den Abend krönen soll dann eine Gala in einem Berliner Hotel, bei der auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihre Aufwartung macht.
Kontrollierte Defensive zum 30. Geburtstag
Im Tagesgeschäft setzt der erklärte Angreifer notgedrungen schon seit mehreren Monaten auf kontrollierte Defensive. Nach dem Zuwachs auf 28,6 Millionen Reisende 2008 kalkulieren seine Planer für 2009 mit maximal 27,3 Millionen Gästen. Die Sitzauslastung der Jets von zuletzt 78,4 Prozent soll tunlichst über 77 Prozent gehalten werden.
Denn Reiseveranstalter ordern wegen ausbleibender Buchungen derzeit weniger Plätze. Und auch der Geschäftsreiseverkehr, den Air Berlin sorgsam pflegt, schwächelt. Nur auf innerdeutschen Routen peilt Hunold 2009 Wachstum an, während das Interkontinentalgeschäft stark zurückgefahren wird. «Die Langstrecke ist fester Bestandteil der Strategie», beteuert er aber nach wie vor.
Die Aktionäre verfolgen den Kurs mit erhöhter Aufmerksamkeit. «An der Börse ist Air Berlin bisher keine Erfolgsgeschichte», sagt Michael Kunert, Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Die Papiere, die 2006 zu zwölf Euro ausgegeben wurden, notieren nun bei vier Euro. Das Augenmerk liege weiterhin «klar auf der Stärkung der Profitabilität», versichern Hunold und sein Finanzvorstand Ulf Hüttmeyer. Dank eines Sparprogramms lag das operative Ergebnis im vergangenen Jahr allen Unkenrufen zum Trotz mit 14,2 Millionen Euro im Plus. Unter dem Strich landete man mit 75 Millionen Euro Verlust jedoch tiefer in den roten Zahlen.
Bei manchen wegen der ungewohnten Bremsmanöver als angeschlagen gehandelt zu werden, geht Hunold aber gehörig gegen den Strich. «Wir waren nur vorsichtig.» Da kam es gelegen, dass die wochenlange Ungewissheit nach dem Ausstieg des US-Milliardärs Leonard Blawatnik als Großaktionär nun beendet ist. Als neuen Investor präsentierte Hunold die türkische ESAS Holding, Betreiberin der Fluglinie Pegasus, die 15,3 Prozent übernehmen will. Mit dem Reiseriesen TUI besiegelte der Manager zudem eine Allianz mit einer Überkreuzbeteiligung von jeweils 19,9 Prozent an Air Berlin und der TUI-Flugtochter TUIFly. «Das sind Hoffnungsschimmer», meint auch Anlegerschützer Kunert.
Trotz Krise und des harten Konkurrenzkampfes in der Branche setzt Hunold zum 30-Jährigen denn auch auf Zuversicht: «Ich bin fest davon überzeugt, dass es uns noch lange geben wird.» Immerhin: Als mittlerweile zweitgrößte Airline fliegt Air Berlin heute mit 125 Flugzeugen nach wie vor nach Mallorca - und zu weiteren 126 Zielen weltweit.
Stand: 27.04.2009 - 5:49 PM Uhr
Quelle: airliners.de, mit dpa
Aktuelle Stellenangebote:
- Montierer (m/w) in der Luft- und Raumfahrttechnik ab sofort Adecco Personaldienstleistungen GmbH, Kompetenzbereich Industrial - 09.02.2012
- Heben Sie mit uns ab! Fluggerätmechaniker (m/w) für die Strukturmo... (HBIS-0732642/1-D) DIS AG Bereich Aviation-Industrie - 09.02.2012
- Flight Operations Support (m/w) ACG Air Cargo Germany GmbH - 09.02.2012
