Schadenersatzforderungen

Luxair-Absturz: Berufungsverfahren beginnt

14.11.2012 - 11:09 0 Kommentare

In Luxemburg hat das Berufungsverfahren zum Absturz eines aus Berlin kommenden Luxair-Flugzeugs vor zehn Jahren begonnen. Das Urteil wurde bereits im März gesprochen. Nun geht es um Entschädigungen für Hinterbliebene.

Rettungshelfer stehen am 6.11.2002 am Wrack einer Maschine vom Typ Fokker 50 der Luxair, die bei Niederanven abgestürzt ist. - © © dpa - Boris Roessler

Rettungshelfer stehen am 6.11.2002 am Wrack einer Maschine vom Typ Fokker 50 der Luxair, die bei Niederanven abgestürzt ist. © dpa /Boris Roessler

In Luxemburg hat am Dienstag das Berufungsverfahren um den Absturz eines Luxair-Flugzeugs vor zehn Jahren begonnen. Dabei geht es ausschließlich um zivilrechtliche Fragen der Entschädigung für Hinterbliebene der getöteten Passagiere. Nach dem Urteil vom März werde die Berufung von acht Personen verhandelt, sagte ein Sprecher des Bezirksgerichts in Luxemburg am Montag. Es gehe um Forderungen von insgesamt mehreren 100 000 Euro. Bis zum 20. November sind drei Prozesstermine geplant. Strafrechtlich gibt es keine Neuauflage.

Bei dem Unglück am 6. November 2002 war das Flugzeug der luxemburgischen Gesellschaft Luxair auf dem Weg von Berlin nach Luxemburg kurz vor dem Ziel abgestürzt. Unter den 20 Toten waren 15 Deutsche. Nur zwei Menschen hatten den Absturz überlebt: der Pilot und ein französischer Passagier.

Vier ehemalige Mitarbeiter der luxemburgischen Fluggesellschaft Luxair waren am 27. März wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung vom Bezirksgericht Luxemburg zu Bewährungsstrafen verurteilt worden: Der Pilot der Unglücksmaschine erhielt eine Strafe von dreieinhalb Jahren, zwei ehemalige Flugzeugmechaniker von je zwei Jahren und ein früherer Technikleiter von eineinhalb Jahren. Drei Ex-Generaldirektoren wurden freigesprochen. Der 36-jährige Pilot hatte nach Ansicht des Gerichts schwere Fehler begangen.

In dem Berufungsverfahren gehe es darum, ob das Strafgericht auch für Schadenersatzforderungen zuständig sei, sagte der Sprecher. Im Urteil vom März hatte das Gericht dies mit Verweis auf das sogenannte Warschauer Abkommen abgelehnt, das die Haftungsbedingungen für Fluggesellschaften regelt.

Von: dpa
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