Luftverkehrswirtschaft fordert rasche Lösung im Lufthansa-Tarifstreit

07.04.2014 - 13:30 0 Kommentare

Nach dem dreitägigen Streik der Piloten der Lufthansa drängt die Luftverkehrsbranche auf ein Ende des Tarifkonflikts. Wann es aber soweit ist, ist derzeit weiter ebenso unklar wie die finanziellen Folgen des Ausstands.

Ein Mann hält seine Pilotenmütze mit dem Lufhansa-Emblem in der Hand.  - © © dpa - Boris Roessler

Ein Mann hält seine Pilotenmütze mit dem Lufhansa-Emblem in der Hand. © dpa /Boris Roessler

Die Luftverkehrswirtschaft hofft auf eine baldige Lösung im Tarifstreit bei der Lufthansa. "Ein Arbeitskampf wie dieser schadet nicht nur der deutschen Luftfahrt, sondern dem gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Klaus-Peter Siegloch, der "Passauer Neuen Presse".

Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, erklärte: „Derzeit bewegen sich die Flughäfen in einem extrem angespannten wirtschaftlichen Umfeld." Die streikbedingte Streichung von Verkehren habe sie hart getroffen.

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Mehrere Tausend Tonnen eiliger Fracht seien liegen geblieben, so Siegloch weiter. Geschäfte, Taxis, Mietwagenfirmen hätten hohe Einbußen in Kauf nehmen müssen, "nur weil gut 5000 Piloten streiken". Neben den materiellen Einbußen für Airline, Flughäfen und Anbieter geschäftlicher Leistungen rund ums Fliegen gebe es einen massiven Imageschaden. Die finanziellen Einbußen seien noch nicht genau beziffern. "Die Flughäfen gehen aber von Ausfällen im zweistelligen Millionenbereich aus. Das ist eine enorme Belastung für die deutschen Verkehrsflughäfen“, so Beisel.

Die ADV forderte die Tarifpartner auf, nun schnellstmöglich nach einer Lösung zu suchen. „Es darf keine weiteren Streiks geben. Streiks ziehen einen enormen Imageschaden für den Luftverkehr nach sich", teilte Beisel mit. Die Politik müsse Rahmenbedingungen schaffen, die helfen, Streikexzesse einzudämmen.

Siegloch begrüßte die Ankündigung von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), die Macht von Spartengewerkschaften gesetzlich zu beschränken. Das Streikrecht stelle niemand infrage, aber: "Wenn die Luftfahrt beinahe im Wochenrhythmus mal von Verdi, mal drei Tage hintereinander von Piloten bestreikt wird, dann hat das mit der Verhältnismäßigkeit der Mittel nichts mehr zu tun."

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Nach dem dreitägigen Pilotenstreik läuft der Flugbetrieb der Lufthansa unterdessen wieder planmäßig. Ausfälle gebe es nicht mehr, sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Sonntag in Frankfurt. Am Samstag waren weltweit noch 40 Flüge gestrichen worden. Dies habe aber operationelle Gründe gehabt und sei vorher angekündigt worden, betonte sie. Der Tarifkonflikt zwischen der größten europäischen Fluggesellschaft und ihren Piloten ist aber ungelöst. Die Männer und Frauen im Cockpit hatten von Mittwoch bis Freitag die Arbeit niedergelegt.

Die Lufthansa beklagt wegen des Ausstandes einen wirtschaftlichen Schaden in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe. Eine Lösung des Tarifkonflikts um Gehälter und Übergangsrenten der rund 5400 Piloten zeichnet sich zudem noch nicht ab. Bis zum Ende der Osterferien soll es nach Angaben der Pilotenvereinigung Cockpit keine weiteren Streiks geben. Das Lufthansa-Vorstandsmitglied Kay Kratky hatte am Freitag die Piloten aufgefordert, ohne Vorbedingungen an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Er hatte eine Schlichtung für den Tarifkonflikt ins Gespräch gebracht.

Von: AFP, dpa-AFX, dpa, airliners.de
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