Marktanteil deutscher Airlines fällt unter 60 Prozent

30.05.2017 - 11:29 0 Kommentare

Der Marktanteil deutscher Airlines am hiesigen Luftraum ist laut einer BDF-Erhebung seit Jahren rückläufig. Nun fällt ihr Anteil unter die 60-Prozent-Marke. Grund seien gestiegene Kosten.

Der Marktanteil deutscher Carrier wie Lufthansa oder Air Berlin in Deutschland sank 2016 unter die 60-Prozent-Marke. Foto: © dpa, Arne Dedert

Die deutschen Fluggesellschaften verlieren seit 2012 kontinuierlich Marktanteile im heimischen Luftraum. Dieser Trend setzte sich auch im vergangenen Jahr und im ersten Quartal dieses Jahres fort. Gleichzeitig wuchsen die Marktanteile ausländischer Airlines. Dies geht aus Berechnungen des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften (BDF).

Während die ausländischen Airlines ihr Sitzplatzangebot für Flüge in, von und nach Deutschland im vergangenen Jahr laut BDF um 10,1 Prozent steigerten, konnten die deutschen Fluggesellschaften ihr Angebot nur um rund 1,3 Prozent ausbauen.

In der Folge erreichten die ausländischen Carrier 2016 einen Marktanteil von über 40 Prozent am hiesigen Luftverkehr, wohingegen der Marktanteil der deutschen Fluggesellschaften im vergangenen Jahr unter die 60-Prozent-Marke sank. Auch in den ersten Monaten des laufenden Jahres setzte sich diese Entwicklung fort:

Foto: © BDF

Seit 2012 verloren die deutschen Fluggesellschaften damit insgesamt 6,7 Prozentpunkte, was einem Verlust von rund 15 Millionen Passagieren entspricht. "Dies entspricht der Kapazität einer ganzen deutschen Fluggesellschaft mit etwa 80 Flugzeugen und 6400 Beschäftigten", so BDF-Geschäftsführer Michael Engel. Dies liege vor allem am Anstieg der Belastungen aus Luftverkehrssteuer, Gebühren und Entgelten.

"Gebühren verzerren Wettbewerb"

"Diese Belastungen machen mittlerweile 30 Prozent der Gesamtkosten einer deutschen Fluggesellschaft aus", sagte Engel, "und verzerren den Wettbewerb zwischen deutschen und ausländischen Airlines." Er bekräftige damit einen bekannten Vorwurf. Ausländische Carrier erwirtschafteten ihre Umsätze vor allem mit Abflügen von Heimatairports, an denen es beispielsweise keine Luftverkehrssteuer gebe. "Dadurch haben ausländische Wettbewerber größere Spielräume in ihrer Preiskalkulation, die sie im harten Verdrängungswettbewerb in Deutschland nutzen."

© Lufthansa Group, Lesen Sie auch unsere Kolumne "Apropos": Die neuen Realitäten im deutschen Luftverkehr

Die Wettbewerbssituation dürfte für die deutschen Airlines in Zukunft nicht einfacher werden. So könnte gerade das Verschwinden der Air Berlin laut Experten viele attraktive Landerechte (Slots) freigeben und so den deutschen Markt auch an zentralen Flughäfen weiter für Billigflieger öffnen. Derweil bietet Ryanair bald auch Langstreckenflüge zum Verkauf an.

Von: cs
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Schild am neuen Hauptstadtflughafen BER: Bislang kaum Langstrecken in Schönefeld und Tegel. Diskussion über Luftverkehrsstandort Berlin

    Die Berliner CDU hat Subventionen für ausländische Airlines, die in der deutschen Hauptstadt Langstreckenflüge anbieten, ins Spiel gebracht. Der BDF winkt ab und fordert eine Entlastung für alle Fluggesellschaften.

    Vom 27.03.2018
  • Im Terminal am Flughafen Hamburg Hamburg will eine halbe Million von Easyjet

    Wegen mehr als 20 verspäteten Starts und Landungen im vergangenen Jahr fordert die Fluglärmschutzbeauftragte von Hamburg nun fast eine halbe Million Euro von Easyjet. Die Airline will die Vorfälle prüfen.

    Vom 02.03.2018
  • Europaflaggen vor dem Berlaymont-Gebäude in Brüssel Lufthansa lässt EU-Auflagen gerichtlich prüfen

    Die EU-Kommission schreibt Lufthansa vor, bei einem neuen Käufer von Niki die bereits gekauften Flugzeuge abgeben zu müssen - dagegen wehrt sich der Kranich-Konzern nun nach airliners.de-Informationen.

    Vom 09.02.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus