IGL und GdF arbeiten künftig zusammen

12.07.2017 - 15:03 0 Kommentare

Es geht um Tarifgemeinschaften und Politik: Die Fluglotsengewerkschaft GdF und die Industriegewerkschaft Luftverkehr (IGL) arbeiten zusammen. Als Vorbild für den Luftverkehr nennen sie die Automobilbranche.

Die Fluglotsengewerkschaft GdF kooperiert mit IGL. Foto: © DFS, H. J. Koch

Die Fluglotsengewerkschaft GdF und die Industriegewerkschaft Luftverkehr (IGL) rücken näher zusammen. Sie unterzeichneten jetzt nach eigenen Angaben eine Kooperationsvereinbarung. IGL-Chef Nicoley Baublies treibt damit den Ausbau der 2015 gegründeten Gewerkschaft voran.

Die Kooperation bedeute einen deutlichen politischen Gewinn für die IGL, hieß es in der Mitteilung. Mitglieder sind bislang die Flugbegleitergewerkschaft Ufo, deren Chef Baublies lange war, und die Technik Gewerkschaft Luftverkehr (TGL).

Pläne beziehen sich auf Regionalflughäfen

GdF und IGL wollen politisch zusammenarbeiten und Tarifgemeinschaften gründen. "Die Konsolidierung des Luftverkehrs trifft auch die Flugsicherungsbetriebe, es ist für uns nur ein logischer Schritt, die Zusammenarbeit mit den anderen Berufsgruppen in unserer Industrie zu stärken" erklärte GdF-Chef Matthias Maas.

Geplant sind zunächst Tarifgemeinschaften an Regionalflughäfen. Die GdF vertritt dort die angestellten Fluglotsen, während die IGL die Interessen der weiteren Beschäftigten wahrnehme. Auch politisch wollen beide Seiten kooperieren. "Eine gemeinsame Lobbyarbeit für den Luftverkehr ist längst überfällig", heißt es in der IGL-Mitteilung.

Die Automobilindustrie hat uns vorgemacht, was alles möglich ist.

Statement von IGL und GdF

"Für den volkswirtschaftlich ebenso wichtigen Luftverkehr kann die Zusammenarbeit unserer Organisationen nur von Vorteil sein", heißt es weiter.

IGL will alle Gruppen vertreten

Die IGL sieht sich als gemeinsame Interessenvertretung für alle Beschäftigtengruppen in der Luftverkehrswirtschaft. Die Vereinigung Cockpit sieht diese Ambitionen bisher skeptisch. Die bisherige Aufteilung auf berufsspezifische Interessenvertretungen habe jahrelang funktioniert, sagte die Pilotengewerkschaft schon vor einiger Zeit.

Das Bundesverfassungsgericht hatte am Vortag das umstrittene Tarifeinheitsgesetz im Grundsatz als verfassungsgemäß eingestuft. Das Gesetz sieht vor, dass nur noch der Tarifvertrag der Gewerkschaft mit den meisten Mitgliedern in einem Betrieb gilt, sofern sich die Gewerkschaften nicht einigen. Das Gericht machte allerdings Vorgaben, wie die Interessen von Minderheitsgewerkschaften besser berücksichtigt werden müssen.

© dpa, Sven Hoppe Lesen Sie auch: Verfassungsrichter billigen Gesetz zur Tarifeinheit

Von: ch, mit Material von dpa-AFX
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