Luftsicherheitsverband fordert ausschließlich behördliche Zuverlässigkeitsüberprüfungen

25.01.2016 - 14:19 0 Kommentare

Der Luftsicherheitsverband FASAG setzt sich dafür ein, dass künftig Luftsicherheitsüberprüfungen ausschließlich durch die zuständige Behörde durchgeführt werden. Unternehmensinterne Überprüfungen im Bereich Luftfracht erfolgten häufig nicht mit der erforderlichen Genauigkeit.

Eine Frachtmaschine des Typs Boeing 747 steht am Flughafen Hahn. - © © dpa - Thomas Frey

Eine Frachtmaschine des Typs Boeing 747 steht am Flughafen Hahn. © dpa /Thomas Frey

Die Federal Aviation Security Association of Germany (FASAG) setzt sich für ausschließlich behördliche Zuverlässigkeitsüberprüfungen von Personal im Bereich der Luftsicherheit ein. Nur so könnten gravierende Sicherheitsprobleme vermieden werden, teilte der Verband jetzt mit.

Krtisiert wurde das zweite, derzeit mögliche Verfahren für Mitarbeiter im Bereich Luftfracht. Dabei handelt es sich um eine unternehmensinterne, so genannte beschäftigungsbezogene Überprüfung. Die Zuverlässigkeit des Mitarbeiters wird hierbei durch den Luftsicherheitsbeauftragten des Unternehmens bestätigt. Dies erfolge aber häufig nicht mit der erforderlichen Genauigkeit, weil eine hohe Zahl von positiven Bescheinigungen "eher im Unternehmensinteresse" liege, schätzt der Luftsicherheitsverband ein.

Bei der unternehmensinternen Überprüfung wird eine Selbsterklärung des Mitarbeiters zu Straffälligkeiten abgefragt, sowie der Lebenslauf überprüft. Dabei müssen alle Arbeitsverhältnisse für die vergangenen fünf Jahre belegt und für Lücken von mehr als 28 Tagen glaubwürdige Erklärungen nachgewiesen werden.

Doch der Lebenslauf sei in vielen Fällen durch die Unternehmen kaum nachzuvollziehen, den Angaben des Mitarbeiters werde oft schlicht und einfach geglaubt, so FASAG-Vorstandsmitglied Christian Kücherer gegenüber airliners.de. Eine gründliche Überprüfung könne nur eine Behörde leisten.

Hintergrund ist die derzeitige Überarbeitung des aus dem Jahr 2005 stammenden Luftsicherheitsgesetzes. Nach FASAG-Informationen befindet sich die Novelle derzeit in der Ressortabstimmung. Der Entwurf des neuen Luftsicherheitsgesetzes enthält laut FASAG zusätzlich die Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses, die Prüfung des Lebenslaufs obliege aber weiterhin dem Unternehmen. Betroffen wären künftig nahezu 10.000 Beschäftigte in Deutschland, unter anderem in der sogenannten sichereren Lieferkette in den Bereichen Fracht und Logistik.

© dpa, Jan Woitas Lesen Sie auch: Neuer Verband will Luftsicherheit zu mehr Geltung verhelfen

Von: gk
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