Luftsicherheitsverband kritisiert de Maizières Pläne

26.08.2016 - 16:14 0 Kommentare

Gesichtserkennungssoftware an Flughäfen - damit will Bundesinnenminister Thomas de Maizière den Terror bekämpfen. Der Bundesverband für Luftsicherheit (Fasag) bezeichnet das als "potentiellen Schritt in den Überwachungsstaat".

Das Grenzkontrollsystem

Das Grenzkontrollsystem "EasyPass" arbeitet bei der Passkontrolle mit Gesichtserkennung. Es kommt zum Beispiel am Airport Düsseldorf zum Einsatz. © dpa /Matthias Balk

Der Bundesverband für Luftsicherheit (Federal Aviation Association of Germany, kurz Fasag) hat die Pläne von Bundesinnenminister Thomas de Maizière kritisiert. Der CDU-Politiker möchte eine Gesichtserkennungssoftware an den Videokameras an Flughäfen einsetzen, um Terrorverdächtige aufzuspüren. Das sei ein "potentieller Einstieg in den Überwachungsstaat", sagte jetzt Fasag-Vorstandsvorsitzender Elmar Giemulla.

Eine Gesichtserkennung setze zwangsläufig voraus, dass das System die zu erkennende Person vorher kennt, um sie dann wiedererkennen zu können, so die Kritik. Problematisch werde es auch beim Auffinden von Tätern nach einem Terroranschlag.

Dann werde eine bloße Einspeicherung potentieller Terroristen wohl nicht ausreichen, befürchtet die Fasag. Man müsste letztlich sämtliche in Deutschland lebenden Personen einschließlich derer, die in die Bundesrepublik einreisen, erfassen, um im Nachhinein feststellen zu können, wer sich am Ort des Geschehens aufgehalten habe.

© dpa, O. Berg Lesen Sie auch: Bundesinnenminister für Einsatz von Gesichtserkennungssoftware an Flughäfen

Bundesinnenminister de Maizière hatte erst kürzlich gesagt, dass er im Kampf gegen den Terror an Flughäfen auch Gesichtserkennungssoftware einsetzen lassen will. Die Reaktionen darauf fielen unterschiedlich aus. So stimmte zum Beispiel der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) den Plänen zu. Der netzpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Konstantin von Notz, bezeichnete die Pläne als überzogen und unausgegoren.

Von: ch
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Gepäckstücke in der Sicherheitsschleuse des Flughafens Frankfurt. Kötter in Düsseldorf: Beteiligte treffen sich

    Seit Wochen hakt es immer wieder an den Fluggastkontrollen am Airport Düsseldorf: Der Sicherheitsdienstleister Kötter kämpft mit Personalmangel. Nun soll ein Gespräch zwischen den Beteiligten eine Lösung bringen.

    Vom 20.10.2017
  • Schild eines Kontrolleurs am Flughafen. Ein Airport, eine Aufgabe, fünf Unternehmen

    Das Chaos um die Fluggastkontrollen am Flughafen Düsseldorf offenbart ein grundlegendes Problem: Die Bundespolizei regelt die Luftsicherheit, nicht die Flughäfen. Am NRW-Airport sind aktuell fünf Firmen im Einsatz - nicht nur aus Deutschland.

    Vom 21.09.2017
  • Bis zur vollständigen Etablierung der BDLS-Strukturen erfolgt die themenbezogene Kommunikation laut Mitteilung durch den Fachverband Aviation im BDSW. BDLS nimmt Arbeit auf

    Neuer Verband: Der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) soll die wirtschaftspolitischen Interessen aller 23 Mitglieder auf nationaler und europäischer Ebene vertreten. Als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband legt der BDLS laut Mitteilung die Richtlinien der Tarifpolitik fest und koordiniert die Tarif­verhandlungen.

    Vom 13.09.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus