Luftsicherheitsgebühren sind erneut teils deutlich gestiegen

19.01.2015 - 14:11 0 Kommentare

Seit dem Jahreswechsel gelten an den deutschen Flughäfen neu berechnete Luftsicherheitsgebühren. An fast allen Airports wird nun eine höhere Summe pro Passagier fällig. Weitere Erhöhungen im Laufe des Jahres sind möglich.

Sicherheitskontrolle an einem Flughafen - © © dpa - Tim Brakemeier

Sicherheitskontrolle an einem Flughafen © dpa /Tim Brakemeier

Mit Jahresbeginn sind an den deutschen Verkehrsflughäfen neu berechnete Luftsicherheitsgebühren in Kraft getreten. Diese fallen zum Teil deutlich höher aus als bislang, wie aus der Gebührentabelle des Bundesinnenministeriums hervorgeht. An manchen Flughäfen sinken sie zwar auch - das allerdings eher in minimaler Höhe. Bereits im Vorjahr waren die Gebühren teilweise kräftig erhöht worden.

Am Flughafen in Frankfurt wird zum Beispiel pro Passagier eine Luftsicherheitsgebühr in Höhe von 8,24 Euro berechnet. Dort war sie bereits am 1. September 2014 von 6,57 Euro auf 7,78 Euro erhöht worden. Einen deutlichen Anstieg gibt es auch in Lübeck. Während ab dem 1. Mai vergangenen Jahres 4,35 Euro fällig waren, sind es nun 6,98 Euro.

Leichte Rückgänge bei den Gebühren gibt es unter anderem an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld. So ist die Luftsicherheitsgebühr in Tegel zum Jahresstart um drei Cent auf 5,98 Euro gesenkt worden. In Schönefeld müssen nun mit 6,02 Euro elf Cent weniger als bisher gezahlt werden.

Keine Veränderungen gab es beispielsweise an den Flughäfen Magdeburg-Cochstedt, Kassel-Calden und Erfurt. Dort fallen weiterhin zehn Euro pro Passagier an. Zehn Euro sind die gesetzliche Obergrenze bei den Luftsicherheitsgebühren.

Luftsicherheitsgebühren 2014 und 2015 pro Passagier
Gebühren in Euro Stand 12/2014 Gebühren in Euro ab 01/2015
Hahn 4.40 3.40
Dortmund 3.71 3.71
Bremen 5.80 6.20
Münster 6.96 6.96
Niederrhein 4.61 4.61
Leipzig 3.91 4.55
Frankfurt 7.78 8.24
Heringsdorf 3.31 3.74
Lübeck 6.41 6.98
Rostock 5.34 5.49
Sylt 7.74 8.29
Braunschweig 8.56 8.56
Erfurt 10.00 10.00
Saarbrücken 10.00 9.54
Memmingen 4.14 4.41
Hamburg 4.03 4.05
Dresden 5.07 5.37
Paderborn 6.03 6.03
Köln/Bonn 6.05 6.05
München 5.55 5.82
Düsseldorf 4.42 4.91
Stuttgart 4.91 5.05
Friedrichshafen 7.09 8.19
Nürnberg 6.67 7.13
Karlsruhe 5.42 6.25
Hannover 7.39 8.34
Tegel 6.01 5.98
Schönefeld 6.13 6.02
Magdeburg 10.00 10.00
Kassel 10.00 10.00

Quelle: Bundesministerium des Innern (BMI)

Als Grund für die aktuellen Erhöhungen bei den Luftsicherheitsgebühren nannte Michael Engel, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Fluggesellschaften (BDF), die Tariferhöhungen für die im Bereich tätigen Mitarbeiter in den vergangenen zwei Jahren. Dies sei der wesentliche Kostentreiber gewesen. Die Gesamtbelastung durch die Luftsicherheitsgebühr - die laut BDF zu rund 80 Prozent aus Personalkosten resultiert - habe sich im vergangenen Jahr um rund 50 Millionen Euro auf etwa eine halbe Milliarde Euro erhöht. Bei einigen Flughäfen habe das Bundesinnenministerium laufende Tarifverhandlungen auf Länderebene mit einkalkuliert.

In Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen verhandeln Arbeitgeberseite und die Gewerkschaften über die Höhe der künftigen Bezahlung für die Luftsicherheitsassistenten. Je nachdem, wann und in welcher Höhe eine Einigung erzielt wird, könne das Ergebnis noch im Laufe des Jahres zu einer weiteren Anpassung der Gebühren an den betroffenen Flughäfen führen, so Engel.

© dpa, Marijan Murat Lesen Sie auch: Hintergrund: Sicherheitspersonal streikt für höhere Löhne

Die Luftsicherheitsgebühr wird entweder durch die Bundespolizei oder durch die jeweilige Landesbehörde berechnet und eingezogen. Einfluss auf die Gebührenhöhe haben den Angaben nach das Passagieraufkommen des jeweiligen Flughafens und Faktoren wie beispielsweise der Standort der Sicherheitskontrollen. Diese Behörden übersenden den Luftfahrtunternehmen anhand der übermittelten Passagierzahlen entsprechende Gebührenbescheide. Die Luftfahrtunternehmen stellen diese Gebühren zumindest zum Teil ihren Passagieren in Rechnung.

Von: airliners.de
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